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Abo| |ak 673 | Wirtschaft & Soziales |Reihe: FAQ. Noch Fragen?

Was bewirken Lieferengpässe?

Von Lene Kempe

Im Juli stieg die Zahl der Kurzarbeiter*innen in Teilen der Industrie wieder – trotz voller Auftragsbücher. In der Baubranche droht ein ähnliches Szenario. Ein Grund sind die während der Corona-Pandemie gestiegenen Rohstoffpreise, die zu Auftragsstornierungen führen. Die Produktion vieler Industrierohstoffe war während der Lockdownphasen unterbrochen worden. Lagerbestände wurden aufgebraucht, zugleich stieg die Nachfrage im Zuge der Lockerungen wieder, Frachtpreise zogen an, es kam zu Lieferengpässen. Mehr Nachfrage nach knappen Gütern ließ die Preise deutlich steigen. Nicht nur für den wichtigen Grundstoff Stahl, auch etwa für Kunststoff und petrochemische Ausgangsstoffe. Deutlich gestiegen ist auch der Preis für den wichtigen Baugrundstoff Holz. Der viel zitierte »Heimwerker*innen-Boom« fegte schon während der Lockdowns die Baumärkte leer, die Nachfrage stieg nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Zwischenzeitlich hatte sich der Holzpreis mehr als verdreifacht. Wie sich der Holzpreis weiterentwickelt, ist unklar.

Klar indes ist, dass der »Halbleitermangel« ein lang anhaltender Trend ist. Halbleiter, besser bekannt als Mikrochips, werden längst nicht mehr nur in Computern oder Fernsehern, sondern auch in etlichen Haushaltsgeräten und vor allem in modernen Autos verbaut. Ohne Chips, kein Tempomat, keine Einparkhilfe, keine Elektromobilität. Und diese wertvollen Teilchen fehlen nun millionenfach am Markt. Schon Anfang des Jahres standen deshalb weltweit Bänder in der Automobilproduktion still. Jüngst unterbrach BMW seine Produktion und schickte 9.000 Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit, Daimler kündigte an, in diesem Jahr gut 150.000 Pkws weniger zu bauen. Auch dem VW-Konzern, der erst vor Kurzem seine neue Elektrifizierungsstrategie verkündet hatte, gehen die Halbleiter aus. Schätzungen gehen davon aus, dass 2021 wegen des Chipmangels weltweit fünf Millionen weniger Autos gebaut werden könnten.

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