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Im Zentrum des US-Anarchismus

Aufgeblättert: »Links der Linken. Sam Dolgoff und die radikale US-Arbeiterbewegung« von Anatole Dolgoff

Von Peter Haumer

Mit 20 Jahren trat Sam Dolgoff 1922 den Wobblies, der weltweiten Gewerkschaft Industrial Workers of the World (IWW), bei. Bis zu seinem Tod 1990 sollte der im Russischen Reich geborene und als Kind nach New York gelangte Dolgoff ihr Mitglied bleiben. Mit seiner Ehefrau Esther stand der als Maler und Anstreicher seinen Lebensunterhalt Bestreitende im Zentrum des US-amerikanischen Anarchismus, insbesondere des Anarchosyndikalismus. Sein Sohn Anatole zeichnet in seinem Buch nicht nur das Leben seines Vaters nach, sondern schreibt gleichzeitig eine leidenschaftliche, lebendige, persönliche und unterhaltsame Geschichte der radikalen Arbeiterbewegung in den USA. Er berichtet von gesellschaftspolitischen Ereignissen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die er im Milieu der Wobblies und im jüdisch geprägten Milieu der aus der Immigration kommenden Arbeiterinnen New Yorks unmittelbar erlebte. Sein Buch erzählt von der Macht der Nachbarschaftssolidarität unter den Arbeiterinnen, von proletarischen und kulturellen Spaltungslinien und lässt auch das Persönliche (das selbstredend politisch ist) nicht zu kurz kommen. Es ist kein einfaches Unterfangen, wenn ein Sohn über seinen Vater schreibt. Aber Anatole Dolgoff gelingt dies in sehr liebevoller Art und Weise, die seinen großen Respekt gegenüber seinem Vater zum Ausdruck bringt, aber nicht die Augen vor dessen Schwächen und hässlichen Seiten verschließt.

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