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Partisan *innen des 21. Jahrhunderts

Nach der Mobilmachung kam es erstmalig seit April wieder zu Straßenprotesten in Russland – der militante Flügel der Antikriegsbewegung war indes die ganze Zeit aktiv

Von Dietmar Lange

Nachdem sich Kriegsgegner*innen in Russland bereits kurz nach dem Start der Invasion der Ukraine am 24. Februar durch Petitionen, Kundgebungen und Demonstrationen zunächst lautstark Gehör verschaffen konnten, ist es dem russischen Staat in den Wochen darauf gelungen, die Opposition gegen den Krieg weitgehend zum Schweigen zu bringen. Drakonische Gesetzesverschärfungen, die für die »Diskreditierung der Armee« bis zu 15 Jahren Haft androhen und rücksichtsloser Polizeieinsatz gegen alle öffentlichen Unmutsbekundungen führten schon bald dazu, dass oppositionelle Medien schließen mussten und viele Kriegsgegner*innen das Land verließen. Dennoch ist der Antikriegswiderstand nicht abgebrochen, sondern eher in eine zweite Phase eingetreten. Statt offenem Protest sind Antikriegsaktivist*innen auf versteckte Formen des Widerstands ausgewichen: Antikriegsgraffitis im öffentlichen Raum, die Zerstörung von Propagandasymbolen, ein Gegendiskurs meist im Internet und auf Social Media. Dabei entstand ein Netzwerk von Gruppen und Organisationen, die sich zumeist über Telegram-Kanäle austauschen, das sich im gesamten Land ausgebreitet hat.

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