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Zombies als Diktaturopfer 

Zwei neue Romanübersetzungen thematisieren die Vergangenheit Haitis

Von Daniel Stähr

Man sieht salutierende Menschen vor einem Sarg.
Am 28. Februar 2025 wurde der Autor Frankétienne in Port-au-Prince beerdigt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Odelyn Joseph

Während es aus vielen kleineren Ländern kaum Übersetzungen gibt, schafft es haitianische Literatur immer wieder nach Deutschland. In der Regel steht dabei der Kampf der Menschen gegen Armut, Gewalt und die Folgen der französischen Kolonialherrschaft im Mittelpunkt. Etwas aus der Reihe fällt »Im falschen Leben«, der in Romanform fiktionalisierte Lebensbericht des Ende April im Alter von 83 Jahren verstorbenen Autors Jean-Raoul Austin de Drouillard. Ende der 1950er Jahre wurden Drouillards Eltern von Truppen des damaligen haitianischen Diktators François Duvalier ermordet, der das Land zwischen 1957 und 1971 kontrollierte. Ein Schweizer Freund der Familie rettet den Jungen und nahm ihn mit in seine Heimat, wo dieser im jüdischen Glauben seines Ziehvaters erzogen wurde. 

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