analyse & kritik

Zeitung für linke Debatte & Praxis

0

Abo| |ak 724 | Lesen |Rezensionen: aufgeblättert

Spitzel

Aufgeblättert: »Spitzel« herausgegen von Markus Mohr und Klaus Viehmann

Von Gabriel Kuhn

Es ist keine Selbstverständlichkeit, ein Buch nach 20 Jahren noch einmal neu aufzulegen. Alleine dafür gebührt den Herausgebern von »Spitzel« Lob. Auch wird nicht einfach nachgedruckt und mit neuem Untertitel aufgepäppelt. (»Eine kleine Sozialgeschichte« hieß es noch 2004.) Rund ein Drittel aller Beiträge wurden extra für die Neuauflage angefertigt, umsonst würde diese also nicht neben der Originalausgabe im Regal stehen. Lesenswert ist das Buch alleine aufgrund der in der Einleitung vorgenommenen begrifflichen Erklärungen. Was unterscheidet V-Leute von Informantinnen, was Verräterinnen von Spitzeln? Alles nachzulesen auf packenden 14 Seiten. Danach geht es erst einmal zurück zu den Pariser Polizeispitzeln des 18. Jahrhunderts, doch spätestens zur Hälfte des Buches, wenn es um die Spitzel im Berliner Sozialforum geht, wird der Schrecken konkret, denn: Der einen oder anderen der nun porträtierten Personen – oder ähnlichen, aber nie aufgeflogenen – mag man gut und gerne selbst begegnet sein, wenn man sich seit Jahren in linken Kreisen bewegt. Kein schönes Gefühl, oder, wie es die Herausgeber so treffend formulieren: »Das Ausmaß der zu Tage tretenden Niedertracht, Berechnung und Gemeinheit kann jedes positive Menschenbild schwer ankratzen.« Erbaulicher wird es leider nicht, aber: Die Welt ist, wie sie ist, und wir müssen versuchen, uns in ihr zurechtzufinden. Dass uns dieses Buch dabei hilft, ist sein großes Verdienst.

Noch kein Abo?

Ein ak-Abo versorgt dich mit fundierten Analysen, jeder Menge Kritik und dem Wichtigsten aus linker Debatte und Praxis weltweit!

  • Jahres-Abo

    • monatlich auf 32 Seiten + Onlinezugang

    • als Print oder Digital-Abo erhältlich

  • Förder-Abo

    • monatlich auf 32 Seiten + Onlinezugang

    • als Print oder Digital-Abo erhältlich

  • Sozial-Abo

    • monatlich auf 32 Seiten + Onlinezugang

    • als Print oder Digital-Abo erhältlich

Du hast bereits ein Abo und willst dich einloggen?

Zum Login

Keine Abos, keine ak

Schön, dass du da bist! Viele unserer Artikel kannst du auch ohne Abo lesen. Das ist Absicht. Aber: Wir können nicht ohne Abos überleben.

Linke Medien zu machen, kostet Geld. Wir haben keine reichen Financiers und keine großen Anzeigenkund*innen. ak arbeitet komplett unabhängig, und das soll auch so bleiben. Deshalb brauchen wir dich.

Was kannst du tun?

Linke Medien sind unverzichtbar. Dein Abo macht ak möglich.

Alles klar, ich bin dabei!