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Risiken und Nebenwirkungen

Von Frédéric Valin

Es gibt einige – viele – in den Sozialen Berufen, die die Infektionsgefahr nach wie vor nicht übertrieben ernst nehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ich hab mal fünf herausgesucht, weil sie, glaube ich, auch viel über die Situation, in der Menschen in Sozialen Berufen sind, erzählen.

1. Misstrauen gegen Ärzt*innen. Wir haben viel mit Ärzt*innen zu tun, und bei so viel Kontakt bröckelt der Nimbus. Jede*r von uns kann von Situationen berichten, in denen Ärzt*innen teils verheerende Fehlentscheidungen getroffen haben, einfach, weil sie nicht wussten, wie sie mit den Menschen kommunizieren können, die vor ihnen saßen. Als krassestes Beispiel ist mir ein Bewohner mit weit fortgeschrittener Demenz in Erinnerung, dem tatsächlich noch eine Vorhautverengung wegoperiert wurde, mit der er sein Leben lang gelebt hatte. Die Vollnarkose löste einen massiven Demenzschub aus. Der Eingriff hat ihn wahrscheinlich ein bis zwei Jahre seines Lebens gekostet. Entschieden hat den Eingriff eine gerichtlich bestellte Betreuerin, die natürlich mehr auf das Wort der behandelnden Ärztin vertraute als auf die Pflegekräfte.

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