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Nicht ohne Emotionen, nicht ohne Waffen

Aufgeblättert: »Die Pariser Commune« von Louise Michel

Von Hannah Eberle

24 Jahre nach der Pariser Commune übergibt eine der wohl berühmtesten Kommunardinnen, Louise Michel, einem Verleger ein Manuskript. Es ermöglicht 150 Jahre später ein akribisches Durchleben der Tage der Commune: Wenn eine Gesellschaft den Lügen der Oberen jeder Depesche zum Trotz nicht mehr glaubt; wenn nicht Rache und Hass, sondern Mut, Überzeugung und Liebe dominieren; wenn internationaler Aufbruch gespürt wird. Zitat: »Kann man denn die Ankunft des Frühlings verhindern, selbst wenn man alle Wälder der Erde abholzt?« Louise Michel beginnt mit einer zeithistorischen Einordnung, berichtet von den revolutionären Internationalistinnen und ihren Protesten gegen den deutsch-französischen Krieg, von der Belagerung Frankreichs durch die Preußenund dem Zerfall des Kaiserreichs. Ab Spätsommer 1870 ringen die Kommunardinnen um die Ausrufung einer Commune. Am 18. März 1871 proklamieren sie die Ordnung »durch die Bewohner der Stadt erschaffen«, in der »Museen für das Volk« geöffnet, in der Unterhaltszahlungen an Frauen Gefallener gezahlt werden, »ob ehelich oder nicht«. Die erste deutsche Ausgabe des Titels regt zum Nachdenken an: Die Pariser Commune lebte in Paris und zugleich international; der Kampf um sie kommt nicht ohne Emotionen aus – und nicht ohne Waffen. Das Buch lehrt, das gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht an Repression zerbrechen muss, und es warnt, was passiert, wenn an den falschen Stellen gezögert wird (z.B. das Bankenwesen nicht restlos vergesellschaftet wird) und wie Verrat alles zunichte machen kann.

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