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Mit dem Ökoblick durch die linke Geschichte

Aufgeblättert: »Für einen Umweltschutz der 99%« von Milo Probst

Von Fabian Westhoven

Eine verbreitete Annahme lautet, Arbeiterklasse und Unterschicht wäre die Klima- und Umweltkatastrophe egal. Gern geäußert wird dieser Vorwurf von Menschen aus oberen Klassen, die auf einer symbolischen Ebene Umweltbewusstsein demonstrieren, deren ökologischer Fußabdruck aber höher ist als der von Menschen mit wenig Geld. Der Schweizer Historiker Milo Probst zeigt in seinem Buch »Für einen Umweltschutz der 99%« (»antikapitalistisch, antirassistisch, feministisch, dekolonial, klassenkämpferisch und internationalistisch«), dass der Blick in die Geschichte etwas anderes offenbart. Seine Streifzüge durch anarchistische, feministische, antirassistische und gewerkschaftliche Kämpfe der letzten Jahrhunderte offenbaren, dass soziale Kämpfe der ausgebeuteten Schichten auch mit ökologischen Zielen einhergingen. Probst veranschaulicht das unter anderem am Beispiel von Minenarbeitern in der andalusischen Stadt Huelva, die sich 1888 gegen die britische Rio Tinto Company zur Wehr setzten. Sie forderten neben höheren Löhnen auch Maßnahmen gegen die giftigen Schwefeldioxidemissionen, die durch den Kupferabbau in großen Mengen entstanden. Der Schutz der Natur war für diesen Umweltschutz »von unten« immer auch Schutz des eigenen Körpers. Probst will mit seinen Streifzügen durch die linke Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zur Bildung von neuen emanzipatorischen Allianzen beitragen. Die Umweltfrage könnte seiner Meinung nach ein Hebel sein, um Bewegungen gegen Sexismus, Rassismus und Klassismus zusammenzuführen.

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