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Kommende Aufstände

Aufgeblättert: »Die Dynamik der Revolte« von Éric Hazan

Von Peter Nowak

Die anarchistische Schrift »Der kommende Aufstand« ist auch in Deutschland viel diskutiert worden. Weniger bekannt ist der französische Herausgeber des Textes: Eric Hazan. Das könnte sich jetzt ändern. Der Unrast-Verlag hat unter dem Titel »Die Dynamik der Revolte« einen Text von Hazan herausgegeben, der die Linken ermutigen soll, weiter für grundlegende Veränderungen zu kämpfen. Gleich im Prolog wendet er sich gegen »den Pessimismus unserer Epoche«. Viele Menschen seien überzeugt, dass die gegenwärtigen Zustände auf der Welt unvernünftig sind, ja dass sie sogar auf ökologischem und sozialem Gebiet dazu führen, dass menschliches Leben bald nicht mehr möglich ist. Doch sie können sich eher ein Ende der Menschheit als ein Ende des Kapitalismus vorstellen.

Dagegen schreibt Hazan an, indem er einige der Argumente aufgreift, die viele gegen einen erfolgreichen Aufstand anführen. Dazu gehört das Lamento über die unpolitische Jugend. Hazan will ferner mit der Vorstellung aufräumen, dass sich revolutionäre Brüche lange ankündigen und akribisch vorbereitet werden müssten. So weist er historisch gut begründet den späteren stalinistischen Mythos zurück, die Oktoberrevolution wäre von der vorausschauenden Führung einer disziplinierten Partei zum Sieg geführt worden. Im Nachwort aktualisiert Elfriede Müller Hazans bereits 2015 in Frankreich erstmals veröffentlichte Thesen mit Verweis auf die Bewegung der Gelbwesten.

Éric Hazan: Die Dynamik der Revolte. Über vergangene und kommende Aufstände. Unrast Verlag, Münster 2020. 128 Seiten, 12 EUR.

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