analyse & kritik

Zeitung für linke Debatte & Praxis

Abo| |ak 674 | Lesen |Rezensionen: aufgeblättert

Eurokommunismus, Gramsci und Operaismus

Aufgeblättert: »Die Linke in Italien. Eine Einführung« von Jens Renner

Von Fabian Westhoven

Die BRD braucht eine KP, wie ich sie wachsen und reifen seh, unter Italiens Sonnenschein …«, sang Wolf Biermann 1976. Eurokommunismus, Antonio Gramsci und Operaismus. Für viele Linke in Deutschland war Italien Verheißung. Warum, das zeichnet der langjährige ak-Redakteur und Italien-Kenner Jens Renner in seinem neuen Buch nach. Er beginnt mit der Herausbildung von anarchistischen und sozialistischen Strömungen in den 1860er Jahren, spannt einen Bogen über den Widerstand gegen den Faschismus, das »lange Jahr« 1968, das rote 1970er-Jahrzehnt, die Entstehung der feministischen Bewegung bis hin zum Niedergang der Massenorganisationen in den 1980er Jahren. Zuletzt werden sogar noch linke Mobilisierungsversuche während der Corona-Pandemie skizziert. Auf etwas über 170 Seiten kann das nur kursorisch erfolgen, aber die wesentlichen Entwicklungslinien weiß Renner eindrucksvoll aufzuzeigen. Seine Sympathie gilt den linksradikalen Organisierungsversuchen jenseits der zeitweise 2,2 Millionen Mitglieder zählenden und im Alltag fast aller Italienerinnen präsenten Partito Comunista Italiano (PCI). Als sie 1976 bei den Parlamentswahlen 34 Prozent holte, hatte sich parallel schon deren Niedergang abgezeichnet. Jüngere Arbeiterinnen vermochte sie nicht mehr an sich zu binden. Das übernahmen etwa operaistische Organisationen. Zudem geht der Autor auch auf die staatliche Repression ein, die oft eine Radikalisierung der Linken einleitete.

Noch kein Abo?

Ein ak-Abo versorgt dich mit fundierten Analysen, jeder Menge Kritik und dem Wichtigsten aus linker Debatte und Praxis weltweit!

  • Jahres-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

    • mit Abo-Prämie!

  • Probe-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

    • 10 Euro (für 3 Monate, danach 55 Euro/Jahr)

  • Sozial-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

Du hast bereits ein Abo und willst dich einloggen?

Zum Login