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Selbstorganisierte Sorgearbeit

Achtsamkeit und Konsorten sind nicht nur neoliberale Selbstoptimierung

Von Kuku Schrapnell

"Stapeln gern Steine aufeinander und gucken Löcher in die Luft, diese Queers", scheint sich manch ein Cheftheoretiker oder Berufdemonstrant dieser Tage zu denken.

Es ist 2021, und eigentlich ist die Diskussion über Achtsamkeit schon wieder vorbei. Vor zwei Jahren erschien »Das Glücksdiktat« von Eva Illouz und Edgar Cabanas in der deutschen Übersetzung. In linken Zeitungen wurde wieder eifrig Adorno zitiert, die ZEIT machte was Kritisches zu Yoga und mit »Achtsam Morden« gab es gleich noch einen deutschen Krimi-Comedy-Bestseller zum Thema. Bis weit ins bürgerliche Lager hinein war und ist man sich mehr oder weniger bewusst, dass sich hinter dem Achtsamkeitsgebot mal wieder nur der Neoliberalismus in neuem Gewand versteckt. Der alte Schlawiner lässt bekanntlich keine Gelegenheit aus, gesellschaftliche Verwerfungen ins Individuum zu verlagern. Der Befehl zum Glücklichsein passt hervorragend ins Ensemble der Selbstoptimierungen – direkt zwischen Dankbarkeitstagebuch, Meditation und einem Podcast über gesündere Ernährung oder Heilfasten.

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