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Druck im Kessel

Der Gaspreisschock weitet sich zur europäischen Energiekrise aus

Von Guido Speckmann

Bild eines Ortes in einer hügeligen Landschaft, im Hintergrund drei Schornsteine eines Atomkraftwerks.
Der Gaspreisschock holte Befürworter*innen von Atomkraft auf den Plan. Foto: pxfuel, lizenzfrei

Ohne CO2-Versorgung wird Weihnachten abgesagt«, brachte es Ranjit Boparan, der Eigentümer der 2 Sisters Food Group, des größten Hühner- und Putenzuchtunternehmens Großbritanniens plakativ auf den Punkt. Der Grund: Der Schlachtindustrie fehlt es an CO2 zur Betäubung, Verpackung und Kühlung von Truthähnen. Das Kohlendioxid entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Dünger, für die große Mengen an Erdgas benötigt werden. Doch die Erdgaspreise explodieren derzeit, seit Anfang des Jahres haben sie sich verdreifacht (allerdings aufgrund der Wirtschaftskrise infolge der Coronapandemie von einem geringen Ausgangsniveau). An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig zum aktuellen Preis gehandelt wird, kostete der Kubikmeter Gas zeitweise zehnmal mehr als zu Jahresbeginn. Deshalb hat der US-Düngemittelhersteller CF Industries, der 60 Prozent des britischen Bedarfes für CO2 deckt, kürzlich vorübergehend die Betriebe stilllegen müssen. 

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