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Die Anti-Amazon-Front lebt

In Bessemer wurde eine Schlacht gegen den Tech-Giganten verloren, aber die Mittel sind noch längst nicht ausgeschöpft

Von John Malamatinas

Protestierende, lachende Arbeiter*innen vor dem Werkstor von Amazon in Shakopee, Minnesota
Arbeiter*innen bei Amazon in Shakopee, Minnesota, bei einer Aktion im Dezember 2018. Im März 2019 kam es hier zum ersten Streik in der US-Geschichte Amazons. Foto: Fibonacci Blue / Flickr, CC BY 2.0

Es passiert selten, dass eine Gewerkschaftswahl für so großes mediales Aufsehen sorgt. Oder anders gesagt: Es passiert nicht jeden Tag, dass in einem gewerkschaftsfeindlichen Land wie den USA die Möglichkeit besteht, einen Tech-Giganten in die Knie zu zwingen – zumindest für kurze Zeit. So hat die Gewerkschaftswahl beim Amazon Fulfillment Center in Bessemer, Alabama nicht nur bei Linken und Gewerkschaftsaktiven für viel Diskussionsstoff gesorgt, sondern auch darüber hinaus. Während das Thema mit dem Ende der Abstimmung aus der öffentlichen Debatte schnell wieder verschwinden dürfte, fängt bei vielen Beschäftigten, Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen die Diskussion über die  Bedeutung und Konsequenzen gerade an. Hat uns diese – verlorene – Schlacht weiter gebracht?

Die amerikanische Einzelhandelsgewerkschaft Retail, Wholesale and Department Store Union (RWDSU) ist vor Monaten den langen Weg zur Gewerkschaftsgründung bei dem vielleicht bekanntesten Unternehmen der Welt angetreten. Medial wurde alles mobilisiert, was die reformorientierte Linke in den USA zurzeit zu bieten hat. Bernie Sanders setzte sich mit Social Media Posts für die Kampagne ein und führte eine Delegation zur Unterstützung der Kampagne an. Auch der frisch gekürte Präsident Joe Biden stellte sich auf die Seite der Gewerkschaft. Und diese prominente Unterstützung hatte das Unterfangen bitter nötig. Bei einem mächtigen Player wie Amazon schien ein Sieg von Beginn an unwahrscheinlich. Laut der Auszählung stimmten am Ende 1798 Beschäftigte gegen die Gewerkschaftsvertretung, 739 stimmten dafür. Insgesamt beteiligten sich etwa 55 Prozent der Beschäftigten an der Wahl, etwa 505 Stimmzettel wurden von Amazon oder der Gewerkschaft angefochten. Der Sieger steht damit fest: Amazon hat es mal wieder geschafft, eine Gewerkschaftsgründung zu verhindern.

Amazon hat die Wahl gewonnen

Allerdings steht auch für Amazon einiges auf dem Spiel. Seit Jahren steht das Unternehmen wegen seines Geschäftsmodells weltweit in der Kritik. Gewerkschaften üben kontinuierlich Druck auf Amazon aus. So begann ver.di in Deutschland schon 2013 damit, Streiks zu organisieren. Sie dienen als Vorbild für Organisierungsprozesse in anderen Ländern. Hätte Alabama geklappt, dann müsste das Unternehmen weitere raschen Gewerkschaftsgründungen in seinen zahlreichen Logistikzentren befürchten.

Auch deswegen setzte Amazon alles an Tricks ein, was das Unionbusting-Handbuch hergibt: offene und subtile Wahlwerbung für das »Nein« im Betrieb, gezielte Ansprachen und Gespräche mit Beschäftigten und ein offener Boykott der RWDSU. Alles Praxen am Rande der Legalität, weswegen es auch schwierig ist, rechtlich dagegen vorzugehen. Sogar ein Briefkasten der US-Post wurde auf dem Firmengelände installiert, um laut Amazon das Wählen zu vereinfachen – oder laut der Gewerkschaft Beschäftigte einzuschüchtern und ihr Wahlverhalten zu beobachten. Es wundert insgesamt niemanden, dass die Hälfte der Beschäftigten gar nicht mitgemacht hat.

Die Abstimmung in Alabama war ein klarer Rückschlag für die Gewerkschaften. Amazons Erklärung zum »Wahlsieg« endet entsprechend mit einer Siegerpose: Alle, die nun interessiert seien, das Unternehmen kennenzulernen, könnten sich direkt für eine Tour im Unternehmen anmelden. »Es ist ein unglaublicher Betrieb, der von einem Weltklasse-Team unterstützt wird, und wir würden uns freuen, wenn Sie sich selbst davon überzeugen könnten.«

Aber nach Jahren schwindender Gewerkschaftsmacht gibt es auch Anzeichen dafür, dass das Pendel umschlägt. Das Unternehmen fürchtet einen Imageverlust, Konflikte mit Amazon sind in den USA kein neues Phänomen. So hatte sich etwa im Februar 2019 in New York City ein breites Bündnis gegen das geplante zweite Hauptquartier von Amazon formiert. Die Stadt hatte damals in einem landesweiten Wettbewerb den scheinbar lukrativen Deal erreicht, Amazon nach NYC zu holen – weniger laut kommuniziert wurde dabei die Tatsache, dass der Deal auf Basis von geplanten Steuererleichterungen in Milliardenhöhe und anderen Annehmlichkeiten wie einem Barzuschuss in Höhe von 325 Millionen US-Dollar erreicht wurde.

Dagegen regte sich breiter Protest. Gruppen und Komitees formierten sich, nicht nur in Long-Island City, wo in der ersten Phase des Projekts ein bekanntes Hochhaus bezogen werden sollte. Es gab verschiedene Gründe, die die Leute zusammen brachten: die Angst vor der Gentrifizierung der Stadtteile um das Hauptquartier herum, die gewerkschaftsfeindliche Einstellung Amazons, die offene Zusammenarbeit mit der gefürchteten Abschiebebehörde ICE, Steuervermeidung und vieles mehr. Der Kampf brachte Einwohner*innen, migrantische Organisationen, Gewerkschafter*innen, Künstler*innen, Linksradikale Gruppen und NGOs in einer Allianz zusammen. Mit dabei waren auch linksdemokratische Politiker*innen, wie etwa die örtliche Abgeordnete im Repräsentantenhaus, Alexandria Ocasio-Corzez, oder der Senator Michael Giannaris. Die Bewegung siegte auf der Straße, im Rathaus, wo es Protestaktionen gab, und in der breiten Öffentlichkeit. Im Februar 2019 machten Jeff Bezos und seine PR-Freunde schließlich einen Rückzieher: Das Projekt wurde abgeblasen.

Stimmen zu der Abstimmung in Bessemer

»Bessemer ist eine Lektion: Verlasst euch nicht auf Verlautbarungen von Politikern oder auf medialen Druck. Und nicht auf externe Aktivistinnen. (…) In Bessemer scheint das Problem klar: Es waren nicht Leute, die selber vor Ort im Werk arbeiteten, die die Kampagne hauptsächlich stemmten, sondern professionelle Bürokraten der Gewerkschaften. Die sitzen draußen vor den Toren, wissen aber nicht, was im Lager vor sich geht. An Türen klopfen reicht nicht, Unterstützung von Institutionen wie Kirchen aus der Region reicht nicht, man braucht ein starkes Team im Werk drin. Wir selbst müssen uns organisieren! Arbeiterinnen müssen sich selbst einbringen, nicht nur das Management der großen Gewerkschaften.«
→ Agnieszka Mróz, Packerin bei Amazon in Poznan/ Polen im Interview mit der WOZ, 15. April

»Amazon fuhr eine rigorose Gegenkampagne, unterstützt von hoch bezahlten Anwälten, die auf Antigewerkschaftskampagnen spezialisiert sind. Im Gegensatz zur RWDSU hatte das Unternehmen am Arbeitsplatz uneingeschränkten Zugang zu seinen Mitarbeitern – ein großer Vorteil. Doch die Methoden des Unternehmens gingen nicht gravierend über die übliche Antigewerkschaftsrhetorik und Einschüchterungen hinaus. Die breite gesellschaftliche Unterstützung für die RWDSU ermöglichte es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchaus, auch die Gegenseite zu hören. Dass fast die Hälfte der Beschäftigten nicht an der Briefwahlabstimmung teilnahm und die übrigen Mitarbeiter mehrheitlich für Amazon stimmten, zeigt: Selbst die breit angelegte öffentliche Unterstützungskampagne für Gewerkschaften hat bei den Menschen nicht verfangen. Erste Anzeichen für eine Niederlage gab es bereits zu Beginn der Abstimmung im Februar. Zur ersten großen Kundgebung in Bessemer erschienen zwar jede Menge Unterstützer, aber kaum Beschäftigte des Werks.«
→ Jörg Wimalasena, Zeit Online, 9. April

»In Bessemer, Alabama, wurde sie deutlich, die ideologische Lufthoheit Amazons auf dem Gebiet der ›labor relations‹: Dass die Beschäftigten des dortigen Logistikzentrums gegen eine gewerkschaftliche Vertretung stimmten, demonstriert die Macht des Konzerns eindrucksvoll: Er hat der Welt gezeigt, dass er willens und in der Lage ist, das Prinzip der ›direkten Kommunikation‹ zu verteidigen. Die direkte Beziehung zwischen Management und Beschäftigten, ohne Gewerkschaft als dritte Partei gehört zu Amazons strategischem Plan und Narrativ, genau wie die ständige Expansion und das entfesselte Datensammeln.«
→ Jörn Boewe und Johannes Schulten in Der Freitag, 14. April

»Die Frage ist, warum Linke immer wieder diesem kollektiven Irrtum erliegen. Es sind nicht nur die Gewerkschaftskampagnen, es ist auch der Parlamentarismus. Die Warnzeichen sind alle da. In ihrem Herzen wissen sie, dass es nicht klappen wird, weil die grundlegenden Bausteine der Klassenmacht einfach nicht vorhanden sind (…). Aber trotzdem ist die kollektive Hoffnung wie eine Droge, und diejenigen mit nüchternem Kopf sollen aufhören, Spielverderberinnen zu sein und den Rausch zu ruinieren. (…) Die jüngste Amazon-Gewerkschaftskampagne wirft ein Schlaglicht auf ein großes Problem der sogenannten Linken. Jede Art kritischer Bewertung oder Debatte zu einem Zeitpunkt, in dem sie tatsächlich zu etwas Konstruktivem und einer Änderung der Strategie führen könnte, wird als Untergaben des Engagements und der Organisierungsbemühungen der Arbeiterklasse angesehen. Das sagt mehr über die Abgehobenheit dieser Linken aus, die eine eher paternalistische Haltung gegenüber Arbeiterinnen haben (…). Da heutzutage so viel Unterstützung eher symbolisch als praktisch ist, scheint es nicht viel Raum zu geben, um ›schwierige Gespräche‹ zu führen, ohne als Zynikerin oder besserwisserischer Weltuntergangspessimistin abgeschrieben zu werden. Warum können wir ehrliche Diskussionen nicht in dem Glauben führen, dass wir alle auf der gleichen Seite stehen, dass wir alle das Gleiche wollen – nämlich dass Arbeiterinnen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen –, und dass robustes Hinterfragen als Zeichen einer robusten Bewegung angesehen wird und nicht als spaltend?«
Angry Workers, 11. April, übersetzt aus dem Englischen

»Was die Gewerkschaftswahl in Alabama angeht, so bin ich mit unseren Kolleginnen dort absolut solidarisch, aber die Gewerkschaft, die RWDSU, hat es von Anfang an versaut. Es ist eine Schande, dass RWDSU eine Kampagne führt, deren einziges Ergebnis ein Misserfolg sein kann. Wir alle sollten kritischer gegenüber solchen Versuchen sein, ›Arbeiterinnen gewerkschaftlich zu organisieren‹. Lassen Sie mich versuchen, es klarer auszudrücken. (…) Eine Gewerkschaft, die nur aus Papier besteht, wird keinen Bestand haben. Meine Kolleginnen in Alabama haben, soweit ich das beurteilen kann, kein starkes Organisierungskomitee, das die Kämpfe am Arbeitsplatz aufnimmt. RWDSU-Organizer könnten sie anleiten, wie sie sich selbst organisieren können, aber sie tun es nicht.«
→ Ein Amazon-Arbeiter aus Chicago im Interview mit Rampant-Mag, 11. März, übersetzt aus dem Englischen

»Jeder Arbeiterin in der Bessemer-Kampagne hätte es verdient gehabt, zu gewinnen. Und wenn die Regeln für die gewerkschaftliche Organisierung in den Vereinigten Staaten auch nur annähernd fair wären, hätten sie auch gewonnen. Aber die Regeln sind nicht fair. Ganz im Gegenteil: Sie sind unverschämt unfair. Was Arbeiterinnen, die versuchen, Gewerkschaften gegen unmoralische Bosse zu gründen, verdienen, ist die Art von Anstrengung, die eine Chance hat, erfolgreich zu sein. Es gibt viele Beweise dafür, was funktioniert. Soziale Medien und Abkürzungen über digitale Ansätze funktionieren nicht.«
→ Jane McAlevey bei The Nation, 9. April, übersetzt aus dem Englischen

Anspruch und Wirklichkeit

Auch die RWDSU ist bei Amazon keine Unbekannte. Schon damals in New York City war die Gewerkschaft Teil der Anti-Amazon-Bewegung und bei zentralen Protestaktionen in Manhattan und im Rathaus dabei. Zur gleichen Zeit engagierte sich die RWDSU aber auch bei einem Organisierungsversuch von Arbeiter*innen im Fulfilment Center von Amazon bei Staten Island in NYC. Gemeinsam mit der Transportarbeitergewerkschaft TEAMSTERS machte Stuart Applebaum, Vorsitzender der RWDSU, schon damals klar, dass »New York eine Gewerkschaftsstadt und deswegen Amazon hier nicht willkommen« sei. Gleichzeitig protestierten am Rathaus auch gelbe, neoliberal orientierte Gewerkschaften, wie etwa aus dem Bereich der Konstruktion – für Amazon.

Damals war die RWDSU gegen Amazon noch erfolgreich, nun aber muss sie  einiges an Kritik einstecken. Ihre Kampagne in Alabama wird von anderen linken Gruppen in den USA häufig als »Top-Down Strategie« bezeichnet – der relativ kleinen 100.000-Mitglieder-Gewerkschaft ginge es gar nur um weitere Mitgliederwerbung. Tatsächlich war die Arbeit der Gewerkschaft an der Basis begrenzt – bis zum Ende hatte Amazon die Diskurshoheit im Werk. Die Corona-Pandemie wurde seitens der Gewerkschaft als Grund aufgezählt, warum die üblichen Hausbesuche nicht stattgefunden haben. Einzelne Aktionen mit RWDSU-Mitgliedern am Amazon-Standort wirkten abgekoppelt vom Geschehen im Inneren des Werksgeländes. Der Kampagne gelang es zwar, eine breite Öffentlichkeit für den Kampf zu mobilisieren – alle renommierten Zeitungen berichteten schon in den Wochen vor der Wahl ausführlich; aber richtige Basisarbeit sieht anders aus. Sie muss längerfristig geplant sein. Nach der Ergebnisverkündung erscheint die Gewerkschaft eher, als ob sie sich etwas übernommen hätte.

Die RWDSU, aber auch ver.di, könnten erfolgreicher sein, wenn es ihnen gelänge, eine engere Verbindung zur Basis herzustellen.

Die RWDSU, aber auch ver.di und andere Gewerkschaften, könnten grundsätzlich erfolgreicher sein, wenn es ihnen gelänge, eine engere Verbindung zur Basis herzustellen. Und es braucht eine Verbindung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen, die eine gemeinsame Vision mit den Beschäftigten teilen. Die Gewerkschaften müssten diese Allianzen aktiv suchen und aufbauen. Sowohl in den USA, als auch in Deutschland zeigt sich, dass Amazon nur sehr schwer an den Verhandlungstisch gezwungen werden kann. Außer, das Verhalten des Tech-Giganten wird als gesellschaftliches Problem verhandelt. So hat es in New York City geklappt. Hier war die Organisierung gegen das rücksichtslose Prestigeprojekt erfolgreich. Aber nicht nur gegen Amazon wurden Kämpfe gewonnen. Auch gegen Walmart und Target, die bis heute immer noch keinen großen Store innerhalb der Stadtgrenzen von NYC eröffnen konnten.

Widerständige Beschäftigte

In den USA gibt es aber auch Beispiele für autonome Anti-Amazon-Kämpfe, wie Jörn Boewe und Johannes Schulten in einem Artikel im Freitag schon 2019 berichteten. So war Amazon in Minnesota, drei Wochen nachdem sich Jeff Bezos aufgrund der massiven Proteste von seinem HQ2-Projekt in New York zurückzog, mit einem Streik konfrontiert gewesen. »Unterstützt von einem lokalen Workers Center legten 30 Lagerarbeiter, hauptsächlich Flüchtlinge aus Somalia, die Arbeit nieder, um gegen Leistungsdruck und Arbeitstempo zu protestieren.« Auch am Global Climate Strike im September 2019 hätten etwa 2.000 Amazon-Beschäftigte US-weit die Arbeit niedergelegt, in Sacramento wurde eine Beschäftigungsinitiative gegründet. In Chicago kommt es immer wieder zu Arbeiterprotesten, zuletzt im April, wo sie Lohnerhöhungen, Mitfahrgelegenheiten zur und von der Arbeit und Änderungen der 10,5-Stunden-Schicht forderten. Gegenüber dem Rampant Magazin sagte ein Arbeiter der Amazonians United Chichagoland: »Wir sitzen nicht rum und waren darauf, dass uns jemand anerkennt als Gewerkschaft… Wir sind nicht daran interessiert, nach den Regeln zu spielen, die unsere Unterdrücker erfunden haben und somit unserer Kampfmöglichkeit Grenzen setzen.«

Erinnert sei aber auch an den Beginn der Corona-Pandemie, als der Amazon-Arbeiter Chris Smalls und andere in New York ihren Arbeitgeber bestreikten. Chris Smalls flog raus und macht bis heute weiter. Zu den Wahlen in Bessemer sagte er, dass es zwar gut sei, wenn Leute sich in der Gewerkschaft organisierten, aber das sei eben nicht alles, denn »jeder kann ohne Gewerkschaft eine Aktion starten, wie wir es gemacht haben«.

Streiks und Aktionen bei Amazon gibt es mittlerweile in vielen Ländern. Erst kürzlich streikten 40.000 Beschäftigte in Italien und legten damit vorübergehend die gesamte Lieferkette des Konzerns lahm. Und immer mehr Amazon-Beschäftigte entschließen sich, sich zu organisieren – wie jüngst in Alabama. Dank dem Engagement all dieser Menschen können wir uns sicher sein, dass wir weiterhin fast täglich Kritisches über Amazon hören und dass sich die Aktionen gegen den Konzern vervielfältigen werden. Ob in wilden Streiks in den Fabriken oder bei Demos gegen die Zentren der Macht des 21. Jahrhunderts, die über Monopole und Steuern entscheiden – es wird noch viel passieren.

John Malamatinas

ist freier Journalist aus Berlin, Brüssel und Thessaloniki.