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Idioten?

Von Frédéric Valin

Wenig nervt mich dieser Tage mehr als das Gerede von den »Covidioten«, das allerorten anschwillt. Das ist so eine Art Kritik, der völlig egal ist, welche Auswirkungen sie hat. Ich nenne das Piñata-Kritik: sich die Augen verbinden und losprügeln, in der Hoffnung, dass man schon irgendwas trifft.

Das Wort »Idiot« hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Einst bezeichnete es so viel wie Privatperson: Menschen, die in den Gesellschaften der griechischen Stadtstaaten aus öffentlichen Fragen herausgehalten wurden. Im antiken Rom verschob sich die Bedeutung hin zu einem Synonym für Laien. Im 19. Jahrhundert dann machte der Arzt Édouard Séguin den Begriff für die Psychiatrie fruchtbar. Er gilt als Vater der Behindertenpädagogik, ein Vorreiter der Inklusion, und versuchte, mit dem Konzept der »Idiotie« einen neuen, menschenfreundlicheren Ansatz zur Beschreibung vor allem von Kindern mit sogenannter geistiger Behinderung zu etablieren.

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