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Resistenza

Aufgeblättert: »Joyce Lussu: Weite Wege in die Freiheit. Erinnerungen an die Resistenza«, herausgegeben und aus dem Italienischen übersetzt von Christa Kofler.

Von Daniel Ernst

Joyce Lussus Erinnerungen an den antifaschistischen Widerstand beginnen im Juni 1940 in Paris. Mit der Besetzung der Stadt durch die deutsche Wehrmacht war auch für die nach Frankreich geflohenen Antifaschistinnen die »totale Katastrophe« eingetreten: der »endgültige Triumph des Faschismus«. So schien es zumindest. Joyce Lussu, 1912 in Florenz geboren, und ihr Mann Emilio Lussu aber kämpften weiter, gemeinsam mit Gleichgesinnten, vor allem aus der antifaschistischen Bewegung Giustizia e Libertà. Über Marseille, Lissabon und London gelangten sie wieder nach Frankreich, schließlich – nach Mussolinis Sturz im Juli 1943 – zurück nach Italien. Unter Lebensgefahr überwand Joyce Lussu die Front zwischen deutschen Besatzern und den vom Süden vordringenden Alliierten. Ihre Aufzeichnungen enden im Juni 1944, nach der alliierten Landung in der Normandie. Geschrieben habe sie »aus purer Freude an der Erinnerung«. Die einzelnen Kapitel tragen die Namen von Frauen, die ihr auf ihrem abenteuerlichen Weg begegneten. Dass ihr Buch erstmals 1945 erschien, ist nicht zu übersehen: Manche »patriotische« oder pauschalisierende Formulierung mag heutigen Leserinnen befremdlich klingen. Erleichtert wird die Lektüre durch ein Glossar sowie Erläuterungen der Übersetzerin. Lussus Text, schreibt Christa Kofler treffend, präsentiere sich »als Biografie, als Dokumentation des antifaschistischen Widerstands, als politisches Traktat und bisweilen sogar als Abenteuerroman«.

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