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Politik der Räte

Aufgeblättert: »Rätekommunismus« von Felix Klopotek

Von Sebastian Klauke

Der Band ist, wie der Autor selbst einleitend schreibt, »lange überfällig« – seit Herbst 2016 wurde er öfter angekündigt und verschoben. Das lange Warten hat sich gelohnt, denn das Buch führt plausibel und erkenntnisgewinnend vor Augen, was der Rätekommunismus war und worin auch für heutige linke Zusammenhänge die Relevanz dieser Art des Denkens und der politisch-gesellschaftlichen Analyse liegt. Klopotek benennt von vornherein wichtige Makel und Lücken, die einer Aneignung Schwierigkeiten bereiten: Viele Text sind, zumindest in der ersten Leseerfahrung, »hölzern, flach, mechanistisch«, außerdem spielen Feminismus und Rassismus keine Rolle, wenig wird über Antisemitismus geschrieben. Weitestgehend handelte es sich, was die »Verlautbarungen, Manifestationen« und »Themensetzung« anbelangt, um eine »männliche Bewegung«. Politisch ist der Band herausfordernd und verlangt Reflexion der eigenen Situation und politischen Eingebundenheit: Eine der zwei Thesen lautet, dass der Rätekommunismus keine bloße »linksradikale Strömung in der Arbeiterbewegung« ist, sondern eine »grundsätzliche Kritik« an diese, konzipiert aus der »Sicht der Arbeiterinnen und Arbeiter selbst«. Wie das zu verstehen ist, macht Klopotek, sprachlich beschwingt, in chronologischer Abfolge anhand verschiedener Texte wichtiger Protagonisten – Anton Pannekoek, Otto Rühle, Paul Mattick, Karl Korsch – deutlich. Ein gelungenes Buch, mit einem frischen Blick aufs Thema und nützlichen Literaturtipps.

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