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Guter Überblick zum 50. Jahrestag

Aufgeblättert: »Wachstumskritik, Postwachstum, Degrowth« von Frank Adler

Von Guido Speckmann

Die Wachstumskritik ist dieses Jahr 50 geworden (siehe ak 678). Seit dem Bericht »Die Grenzen des Wachstums« hat sich die Diskussion enorm ausdifferenziert. Einen hervorragenden Überblick über die Verzweigungen, Konjunkturen und deutschsprachigen Protagonist*innen gibt der Soziologe Frank Adler. Besonders interessant für ak-Leser*innen dürfte das Kapitel »Linke Kritiken an PW/D und Kontroversen im PW/D-Spektrum« sein. Hier setzt er sich mit Argumenten auseinander, die auch in ak zu lesen waren, siehe etwa »Bitte keine Verzichtsdebatten« in ak 643. Adler kritisiert den in der Tat mitunter im Degrowth-Diskurs positiv konnotierten Verzichtsbegriff. Er assoziiere das freiwillige Aufgeben eines im Grunde legitimen Besitzanspruchs. »Aber nach welchen gut begründbaren Kriterien soll einer Person ein – im Vergleich zu anderen gegenwärtigen oder künftigen Menschen – überproportionaler Zugriff auf den Verbrauch begrenzter Lebensgrundlagen gestattet sein?« Besser sei es daher von »Deprivilegierung« zu sprechen. Adler unterstreicht zudem, dass es der Wachstumskritik nicht um ein Absenken des BIP geht, sondern darum, den Natur- und Energieverbrauch zu senken, damit die ökologische Krise abgemildert werden kann. Ein (Öko-)Sozialismus könne dafür zwar den Weg ebnen, aber gesetzmäßig sei dies nicht. Denn: Auch in ökosozialistischen Gesellschaften gelten die Gesetze der Thermodynamik und des Zusammenhangs von ökonomischen Wachstum und materiellem Durchsatz.

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