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»Dein Kommandant ist einer wie du«

Aufgeblättert: »Die unsichtbaren Dörfer« von Gino Vermicelli

Von Jens Renner

Gino Vermicellis vom Rotpunktverlag neu herausgegebener Roman »Die unsichtbaren Dörfer« erschien in italienischer Sprache schon 1984. Der Originaltitel »Viva Babeuf« verweist auf den Frühsozialisten Francois Noel Babeuf (1760-1797) – ein Vorbild für Vermicelli und seine wichtigste Romanfigur, den kommunistischen Kommissar Simon, in dem unschwer das Alter Ego des Autors zu erkennen ist. Vermicelli (1922–1998) war selbst Partisan. Das meiste von dem, was er über die Kämpfe zwischen März und Oktober 1944 erzählt, hat er in den Bergen und Tälern westlich des Lago Maggiore miterlebt. Seine Held*innen sind bewaffnete Kämpfer*innen, überwiegend Männer, aber auch Frauen wie die in die Berge geflüchteten rebellischen Reispflückerinnen, Schmugglerinnen oder Kurierdienste leistende »staffette«. Auch die arme Landbevölkerung leistet ihren Beitrag zur Befreiung; Reiche spenden vor allem, um sich für die Nachkriegszeit Pluspunkte zu verschaffen. Bewaffnete Aktionen und schwere Gefechte mit italienischen Faschisten und deutschen Besatzungstruppen sind die Ausnahme: Partisan*innen müssen ständig den Ort wechseln – und ungeschriebene zehn Gebote befolgen. Das letzte lautet: »Dein Kommandant ist einer wie du. Wenn er einen Fehler macht, sag es ihm sofort!« Neben sachliche Berichte stellt Vermicelli lebendige Dialoge. Sie sind Fiktion, aber genauso glaubwürdig wie die Einschübe, in denen er Denkweisen und Pläne der fanatischen deutschen Partisanenjäger nachvollzieht. Am Ende kommt es zum entscheidenden Kampf.

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