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|ak 721 | Lesen |Rezensionen: aufgeblättert

Gianluigi Buffon

Aufgeblättert: »Hinfallen und Aufstehen« von Gianluigi Buffon

Von Christina Hark

Das Kapitel »Vom Kommunismus und vom frechen Auftreten« lässt bereits erahnen, dass es sich bei der Autobiografie von Gianluigi Buffon nicht um eine klassische Sportlerbiografie handelt. Buffon ist eine Legende, für manche gar der größte Torhüter aller Zeiten, der bis ins hohe Alter von 45 Jahren zwischen den Pfosten stand. »Ich bin eine Milliarde Mal zu Boden gegangen. Ich weiß, wie man fällt. Aber wie man wieder aufsteht, hat mich das Leben gelehrt«, heißt es in dem Buch, in dem es nicht nur um Titel und Ergebnisse geht. In Italien hat die Biografie Wellen geschlagen, weil Buffon darin zugibt, wegen Panikattacken eine Therapie gemacht zu haben. Natürlich interessieren sich Fußballfans dort wie hierzulande auch für seine politischen Einstellungen, nachdem er wegen der Verwendung entsprechender Symbolik in Verdacht stand, mit Rechten zu sympathisieren. Umso interessanter und unterhaltsamer liest sich die Begegnung mit seinem damaligen Trainer bei Parma, Renzo Olivieri. Der hält Buffon einen Vortrag, warum dieser nicht nur kein Faschist sei (wie Buffon selbst auch beteuert), sondern im Gegenteil, sein ganzes Verhalten zeige, dass er ein Linker sein müsse. Alles im Beisein einer Büste von Lenin, den Buffon jedoch nicht erkennt. Olivieri reagiert empört: »Und du willst aus der Toskana kommen?« Die Toskana galt lange Zeit als linke Hochburg. Die Biografie überrascht indes nicht nur in dieser Hinsicht: Der ganze Stil ist für ein Sportbuch erfrischend einnehmend.

Gianluigi Buffon: Vom Hinfallen und Aufstehen. Verlag Die Werkstatt, Bielefeld 2025. 288 Seiten, 24,90 EUR.

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