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Eine »Medienintellektuelle«

Aufgeblättert: »Hannah Arendt. Ein Leben« von Willi Winkler

Von Jens Renner

Willi Winklers lesenswerte Hannah-Arendt-Biografie ist getragen von kritischer Sympathie. Geboren 1906 in Hannover-Linden und aufgewachsen in Königsberg, studierte Arendt ab 1924 Philosophie in Marburg. Mit dem dort lehrenden Martin Heidegger begann sie kurz darauf eine Liebesbeziehung – ein Thema, auf das ihr Biograf immer wieder zurückkommt. Während Arendt 1933 aus Deutschland floh, trat Heidegger in die NSDAP ein. Philosophin wollte Hannah Arendt nicht genannt werden; ihr Beruf sei politische Theorie, ihre Methode das »Denken ohne Geländer«. Winkler nennt sie eine »Medienintellektuelle«; abwertend ist das nicht gemeint. Vor allem zwei ihrer Bücher werden bis heute kontrovers diskutiert. Zum einen »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft«, 1951 in englischer Sprache erschienen – ein Klassiker der Totalitarismustheorie. Zum anderen »Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen«, entstanden 1961. Auch wenn sie sich nicht zur Neuen Linken zählte, wurde sie zur Bündnispartnerin der zunehmend politisierten Jugend, in den USA, aber auch in Europa. Durch ihr Fernsehgespräch mit Günter Gaus im Oktober 1964 wurde sie in Westdeutschland einem breiten Publikum bekannt. »Bei Gaus tritt Hannah Arendt, obzwar schon lange Amerikanerin, als deutsche Autorin auf, die auf ihrer jüdischen Herkunft besteht«, schreibt Winkler und zitiert einen Satz aus einem Hörfunkinterview, der mit ihr untrennbar verbunden bleibe: »Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen bei Kant.«

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