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Arbeitsmigration im Neoliberalismus

Aufgeblättert: »Die modernen Wanderarbeiter*innen« von Kathrin Birner und Stefan Dietl

Von Gabriel Kuhn

Arbeitsmigration hat es immer gegeben. Wie in allen historischen Phasen hat sie im Neoliberalismus ihre besondere Form: weltumspannende Lieferketten, höhere Mobilität, gleichzeitig Grenzregime. Wer sich nur im Entferntesten für Gewerkschaftspolitik interessiert, weiß um die Herausforderungen. Um diesen Themenkomplex geht es in dem Buch »Die modernen Wanderarbeiter*innen«, das sich auf Arbeitsmigrant*innen in Deutschland konzentriert. Die Autor*innen Kathrin Birner und Stefan Dietl sind selbst gewerkschaftlich aktiv. Sie informieren über die ökonomische Ausbeutung, die rechtliche Situation, die Lebensbedingungen, behördliche Schikanen, die ständige Bürde des Rassismus. Die Lektüre ist ernüchternd, aber auch inspirierend. Vor allem dank des letzten Kapitels. Es trägt den Titel »Fight Back. Wanderarbeiter*innen im Kampf um ihre Rechte«. Birner und Dietl zeigen anhand mehrerer Beispiele, wie Arbeitsmigrant*innen um ihre Würde kämpfen und sich gegen ein System stemmen, das ihnen diese nehmen will. Manchmal mit gewerkschaftlicher Hilfe, manchmal ohne. Oft selbstorganisiert. Es zeichnet die Autor*innen aus, dass sie das Kapitel nicht für ideologische Grabenkämpfe verwenden. DGB-Initiativen werden genauso vorgestellt wie das Engagement syndikalistischer Basisgewerkschaften. Angesichts der enormen Aufgaben, die sich hier stellen, ist dies eine Voraussetzung für gemeinsamen Fortschritt. Ein gelungenes Buch.

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