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Asche und Diamat

1956 erlebte der polnische Realsozialismus eine multiple Krise

Von Ewgeniy Kasakow

Man sieht eine demonstrierende Menschenmenge, vorn hält ein junger Man ein Schild hoch.
»Wir wollen Brot«: Protest im Sommer 1956 in Poznan. Foto: gemeinfrei

Juliusz Sobolewski, ehemaliger Leutnant der Armia Krajowa, der polnischen Heimatarmee, starb 1956 mit nur 39 Jahren als freier Mann. Sein Leben hätte zwei Jahre davor mit einer Hinrichtung enden können. Dass es dazu nicht kam, verdankte der Antikommunist Sobolewski einem Trennungsstreit zwischen zwei kommunistischen Topkadern, der zugleich ein Teil des Fraktionsstreits in der gesamten Parteiführung der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR) war. Die gefürchtete Militärstaatsanwältin Helena Wolińska forderte für ihn die Todesstrafe, doch ihr Noch-Ehemann Franciszek Jóźwiak, Politbüro-Mitglied und ehemaliger Chef des Milizapparates, warf sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale, um ein Todesurteil abzuwenden. Wolińska und Jóźwiak, die sich 1942 als Widerstandskämpfer im besetzten Polen kennengelernt hatten, gehörten inzwischen verfeindeten Fraktionen der PZPR an.

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