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Abo| |ak 726 | Lesen |Rezensionen: aufgeblättert

Abenteuer Aufstand

Aufgeblättert: »Wassermann« von Lukas Hoffmann

Von Leon Maack

Den Ich-Erzähler Luk plagen Schuldgefühle und eine Traurigkeit, die er »nie ganz runterschlucken kann«. Seinen manisch-depressiven besten Freund und seine todkranke Mutter lässt der rastlose Luk in Norddeutschland für ein Auslandssemester in Barcelona zurück. Dort gerät er schnell in den Sog der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Seine Freundin Olive will Ländergrenzen überwinden und hält den katalanischen Nationalismus für einen Irrweg, der Revoluzzer Paco findet diese Haltung imperialistisch, und Luk steht daneben, fühlt und denkt mit, ohne sich dem verführerischen Angebot eines vermeintlich gerechten Kampfes hinzugeben. Lukas Hoffmann nimmt sich die erzählerische Freiheit in seinem Roman »Wassermann«, den Aufstand eskalieren zu lassen: Straßenkämpfe rund um die Plaça de Catalunya, Revolutionär*innen rufen ein unabhängiges Katalonien aus – Revolutionär*innen, die Champagner und Käseplatten genießen, während die Versorgungslage in Barcelona immer schlechter wird, und so nicht gerade zu Revolutionsromantik einladen. Luk verlässt Katalonien Richtung Portugal, reist zurück nach Hamburg und Berlin, aber lange aushalten kann er es nirgendwo. Er betrinkt sich, macht sich high. Seine Gefühle überkommen ihn unvorbereitet und irgendwann ist da eine »Lücke im Panzer«. In prägnanten, schnörkellosen Sätzen schildert Hoffmann wie sein Protagonist lernt, seine Gefühle wahrzunehmen, zuzulassen und Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Luk macht seinen Frieden damit, nirgendwo so richtig hinzuzugehören. und findet seine Heilung in der Sorge um andere.

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