Toxischer Glaube
Aufgeblättert: »Feucht & Fromm« von Nana Myrrhe
Von Florian Osuch
Wie ergeht es Mädchen und jungen Frauen, die in ultra-konservativen evangelikalen Freikirchen aufwachsen? Wo schon der Gedanke ans Küssen und Händchenhalten als sündhaft gilt, »aus Sorge um ein Verderben des Geistes«. Nana Myrrhe hat Kindheit und Jugend unter dem strengen Diktat der Purity Culture, einer in den USA etablierten toxischen »Keuschheitskultur«, ertragen müssen. Christfluencer und Tradwives verharmlosen sie als Kein-Sex-vor-der-Ehe oder »True Love Waits«. Dabei bedeutet Purity Culture alltäglicher Scham, Schuldgefühle, Körperfeindlichkeit, Unterordnung, das Einfordern intimer Informationen und die Tabuisierung des weiblichen Körpers insgesamt. Nana Myrrhe ist nicht in Alabama oder Texas aufgewachsen, sondern in Deutschland. Hineingeboren in eine bibeltreue Parallelwelt, die wir Alltag nennen, als »Alien« unter dämonischen Einflüssen. Ein »Church Girl«, das »mit Jesus verheiratet und sich für den einen aufgehoben hat«. Purity Culture und die Last der Erwartungen traumatisieren Mädchen (und Jungen), sie begünstigen Manipulation, spirituellen Missbrauch und sexualisierte Gewalt. Auf ihrem schmerzhaften Weg und dem Ausstieg aus der evangelikalen Gemeinschaft wurde die Autorin inspiriert von Deborah Feldmans Flucht aus einer fundamentalistisch-jüdischen Gemeinde. Nana Myrrhe ist Teil des Podcast FCK PURITY und schreibt authentisch, feministisch und wütend.
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