Mehr als 100 Jahre Solidarität
Aufgeblättert: »Geschichte der Roten Hilfe« von Silke Makowski
Von Florian Osuch
Es ist eine schwere Aufgabe, die Geschichte der Roten Hilfe kompakt aufzuschreiben, denn es gibt mindestens drei ganz unterschiedliche Phasen dieser Solidaritätsorganisation. Deren Geschichte hat Silke Makowski vom Hans-Litten-Archiv, das die Geschichte der Roten Hilfe erforscht, kompakt und lesenswert aufgeschrieben. Gegründet wurde die Rote Hilfe 1924. Damals unterstützte sie vor allem Arbeiter*innen, die von Repression betroffen waren. Obwohl sie politisch eng mit der KPD und ihrem Umfeld verbunden war, suchte sie gezielt Kontakt zu Sozialdemokrat*innen, denn auch sie waren von Repressionen betroffen. Bedeutend war die aktive Rolle vieler Tausend Frauen in den rund 1.500 Ortsgruppen, die es in den 1930er Jahren im gesamten Reichsgebiet gab. Zeitweise gehörten der Roten Hilfe damals knapp 100.000 Mitglieder an. 1933 wurde die Rote Hilfe verboten. Viele Aktive gingen ins Exil oder wurden festgenommen, nicht wenige kamen in den KZ ums Leben. Nachdem die Solidaritätsorganisation nach der Befreiung vom Faschismus zunächst in Vergessenheit geriet, griffen studentische Gruppen die Ideen in den späten 1960er Jahren wieder auf, allerdings ohne den strömungsübergreifenden Charakter: So gab es zeitweise drei konkurrierende und teils zerstrittene Rote Hilfen. Es dauerte eine Dekade, bis die »moderne« Rote Hilfe – die dritte Phase – entstand. Ab den 2000er Jahren wuchs die Mitgliederzahl rasant an. Auch die neueren Organisationsentwicklungen schreibt die Autorin lesenswert auf.
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