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»Alles haben sie kaputt gemacht, alles«

Vor 20 Jahren löschte der NSU inmitten eines Geflechts aus Rassismus und Ignoranz drei Leben aus

Von Caro Keller

Im Jahr 2001, also vor genau 20 Jahren, reiste der NSU zwischen Bayern und Hamburg hin und her und ermordete innerhalb von zweieinhalb Monaten Abdurrahim Özüdoğru in Nürnberg, Süleyman Taşköprü in Hamburg und Habil Kılıç in München. Danach endete, soweit bekannt, der erste Teil der rassistischen Mordserie, die 2004 in Rostock fortgesetzt wurde. Warum mussten ausgerechnet diese Menschen sterben? Warum konnte der NSU nicht bereits vor 20 Jahren gestoppt werden? Warum gab es die Lücke zwischen 2001 und 2004? Wer hat dem NSU-Kerntrio bei der Auswahl der Tatorte geholfen? Auf den Familien Özüdoğru, Taşköprü und Kılıç lasten 20 Jahre fehlender Aufklärung. Die ersten zehn Jahre wurden sie gar selbst verdächtigt, intensiv wurde im Umfeld der Ermordeten ermittelt. Nach der Selbstenttarnung des NSU vor zehn Jahren gab es von Seiten der Politik laute Aufklärungsversprechen, die jedoch nicht erfüllt wurden. Doch die Angehörigen, die Betroffenen und Überlebenden, Antifaschist*innen, Aktivist*innen und Teile der Zivilgesellschaft haben diese Versprechen nicht vergessen. Sie fordern weiterhin Aufklärung ein. So verhallen etwa die Forderungen nach einem zweiten NSU-Untersuchungsausschuss in Bayern und einem ersten in Hamburg nicht.

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