Friendshoring in Magdeburg
Die Ansiedlung von Intel in der ostdeutschen Stadt sagt viel über globale Kräfteverhältnisse und einen grundlegenden Wandel der Industriepolitik aus

Im Frühjahr 2022 kündigte der Chiphersteller Intel den Bau eines neuen, gigantischen Werks zur Halbleiterherstellung in Magdeburg an. Die Euphorie war anfänglich groß. Die Standortallianz zwischen Magdeburg, einstmals Stadt des Schwermaschinenbaus, und dem Chip-Riesen Intel schien auf Anhieb zu funktionieren: Intel zeigte Präsenz in der Stadt, veranstaltete Bürger*innendialoge und konnte sogar die städtische Pressesprecherin abwerben. Doch die Stimmung kippte schnell: Mit dem Abflauen der Corona-Pandemie sank auch die Nachfrage nach Computern und damit nach Halbleitern drastisch, Intel meldete rote Zahlen, die Energiepreise stiegen, und der Konzern forderte weitere Subventionen des Bundes – statt der bereits zugesagten 6,8 Milliarden würden laut Medienberichten von Intel etwa zehn Milliarden Euro an öffentlichen Geldern gefördert, um das Projekt umzusetzen. Der Baustart wurde zudem von Anfang 2023 auf 2024 verschoben.

Noch kein Abo?
Ein ak-Abo versorgt dich mit fundierten Analysen, jeder Menge Kritik und dem Wichtigsten aus linker Debatte und Praxis weltweit!
-
Jahres-Abo
-
monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte und Onlinezugang
-
als Print oder Digital-Abo erhältlich
-
mit Abo-Prämie!
-
-
Probe-Abo
-
3x monatlich auf 36 Seiten und Onlinezugang
-
als Print oder Digital-Abo erhältlich
-
-
Sozial-Abo
-
monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte und Onlinezugang
-
als Print oder Digital-Abo erhältlich
-
Du hast bereits ein Abo und willst dich einloggen?
Zum Login