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Abo| |ak 684 | Wirtschaft & Soziales |Reihe: FAQ. Noch Fragen?

Droht eine neue Eurokrise?

Von Stephan Kaufmann

Im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz eine »Zeitenwende« ausgerufen, aus der er einen »Handlungsauftrag« ableitet: »Wir müssen Deutschland sicherer und widerstandsfähiger machen, die Europäische Union souveräner und die internationale Ordnung zukunftsfester.« Europas »wichtigste Antwort« auf die Zeitenwende, so Scholz, laute »Geschlossenheit«. Die ist allerdings gar nicht so einfach herzustellen, handelt es sich bei »Europa« doch um eine Ansammlung von Kapitalstandorten, die in ökonomischer Konkurrenz zueinander stehen, die die Länder in relative Gewinner und Verlierer teilt. Dieser ökonomischen Spaltung nimmt sich die EU nun an. Aber nicht, indem sie die Spaltung überwindet, sondern indem sie sie haltbar macht.

Aufgrund von Lieferengpässen, Rohstoffknappheit und Krieg rutscht die globale Wirtschaft langsam in ihre nächste Krise. Die Inflation erklimmt neue Höhen. Das schafft zum einen soziale Probleme insbesondere für die Lohnabhängigen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Zum anderen bringt die Entwertung des Euro Betriebskalkulationen durcheinander, sorgt für Verluste bei Finanzanlagen und schadet tendenziell dem Kapitalstandort Eurozone. Um die Inflation zu bekämpfen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) damit begonnen, die Zinsen zu erhöhen. Das Ziel: Höhere Zinsen bedeuten teurere Kredite, das wiederum soll die gesellschaftliche Zahlungsfähigkeit drücken, es kommt zur »demand destruction«, also zu einem Rückgang der zahlungsfähigen Nachfrage. In der Folge haben die Unternehmen weniger Spielraum für Preiserhöhungen – die Inflation sinkt. So der Plan.

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