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Abo| |ak 686 | Alltag |Kolumne: Jawoll, euer Ehren

Wochenend-Sicherheits-Atom-Bunker

Von Moritz Assall

Wohnen in Toplage (Atomschutzbunker links) ist nicht überall möglich. Foto: privat

Im Jahr 1977 erschien ein Buch mit dem einfach wunderschönen, mich sofort wegzaubernden Titel »Tagträume vom aufrechten Gang«. Der dünne Band enthält Interviews mit dem marxistischen Philosophen Ernst Bloch. Bloch hatte eine Philosophie der Hoffnung entwickelt, in der selbst scheinbar banale Tagträume als »Dämmerung nach vorn« utopischen Charakter innehaben können. Dabei ging es Bloch um Hoffnung als »Anmaßung zur Tat«, um »militanten Optimismus«, also auch um daraus folgende Taten.

Er schrieb: »Indem wir hinfahren, erhebt sich die Insel Utopia aus dem Meer des Möglichen«. Und appellierte: »Der Fortschritt wird kommen. Man muss ans ›Prinzip Hoffnung‹ glauben. Ein Marxist hat nicht das Recht, Pessimist zu sein«. Auch wenn man Bloch Unrecht tun würde, ihn als naiven Optimisten abzustempeln, kann man schon sagen: Er war eher so der Typ Glas halb voll. Selbst in der größten drohenden Katastrophe, der Apokalypse, sah Bloch in religiöser Anlehnung noch »einen revolutionären Wunschsinn für die Mühseligen und Beladenen«.

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