Von »platinum gays« und »heterolikes«
Schwule Männlichkeit bedeutet noch keine Befreiung von patriarchalen Vorstellungen – das zeigt sich besonders im Szeneslang
Von Janosh Wennemer
Die Übernahme vermeintlich »weiblicher« Attribute, das bewusste Spiel mit Geschlechternormen sowie das rebellische Inszenieren gegen gesellschaftliche Vorgaben zur Geschlechterordnung gehören seit jeher zur schwulen Szene. Ob durch die Aneignung des Begriffs »Tunte« oder die Selbstbezeichnung »Fairy« oder »Queen« – schwule Männer haben sich historisch immer wieder Sprache als Mittel des Widerstands gegen Unterdrückung und Diskriminierung angeeignet. Schwule Männlichkeit war in weiten Teilen schon immer auch ein Gegenentwurf zum Patriarchat. Die Abweichung von gesellschaftlichen Vorgaben bedeutet jedoch nicht automatisch die Befreiung von problematischen Verhaltensweisen und misogynen Narrativen.
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