Ferndiagnosen
Von Frédéric Valin
Seit Donald Trump die politische Bühne betreten hat, hagelt es Ferndiagnosen. John Gartner von der Johns Hopkins University diagnostizierte ihm schon 2017 Bösartigkeit, das heißt im Einzelnen: »Narzissmus, eine nahezu psychotische Paranoia, eine antisoziale Persönlichkeitsstörung und eine kriminelle Persönlichkeit. Alle vier lassen sich bei Trump erkennen.« Damals erschien ein Buch von 27 Psycholog*innen und Psychiater*innen, die auf folgende Persönlichkeitsstörungen kamen: narzisstisch, narzisstisch-zwanghaft, histrionisch, paranoid, antisozial, wahnhaft, psychotisch, bipolar und – auch damals schon – dement. Inzwischen werden mir fast wöchentlich Posts von Kolleg*innen in irgendwelche Timelines gespült, die langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit dementen Menschen haben und jetzt haarklein die Fehltritte Trumps aufzählen, um dann übereinstimmend zu dem Schluss zu kommen: Ja, das ist es. Von Wahn, Irrwitz und geistiger Zerrüttung ist ja eh schon lang und beinah täglich die Rede.
Der Impuls, in der aktuellen Lage nach einem Punkt zu suchen, der das alles irgendwie herleitbar macht, ist schon nachvollziehbar: Und eine Diagnose – auch eine Pseudodiagnose – gäbe diesem ganzen Chaos einen Rahmen.
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