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Endlich Frieden?

Aufgeblättert: »Niemals Frieden?« von Moshe Zimmermann

Von Christian Hofmann

Mit »konstruktivem Pessimismus« widmet sich der israelische Historiker Moshe Zimmermann der Entwicklung seines Landes. Nichts in der Geschichte, auch nicht der 7. Oktober, kann isoliert betrachtet werden. Vielmehr muss man den »Weg in die Katastrophe beschreiben und die Vorgeschichte verstehen«. Das Buch schafft es, diesbezüglich komplexe Zusammenhänge zu erklären. Auf weniger als 200 Seiten gibt es eine knappe Geschichte des Zionismus, des Staates Israel sowie seiner Kriege und Konflikte. Die »erschreckende Metamorphose« des Zionismus seit 1967 bekommt dabei einen zentralen Stellenwert. Die säkularen, sozialliberalen Kräfte wurden zurück gedrängt und mussten Nationalist*innen, religiösen Zionist*innen und Ultraorthodoxen weichen. Die rechtsradikale Netanjahu-Regierung dieser Tage ist das Ergebnis dieses Prozesses, eine nationalistisch-religiös-orthodoxe Melange. Zimmermann beschreibt den »pervers-rationalen Kern« hinter der Regierungspolitik. Dem Historiker geht es allerdings nicht darum, Israel zu delegitimieren. Der postkolonialen Kritik kann er einen zentralen Denkfehler nachweisen. Schließlich war die Auswanderung von Jüdinnen und Juden nach Palästina gerade nicht von einer Kolonialmacht ins Leben gerufen. Statt also die Geschichte rückgängig machen zu wollen, plädiert Zimmermann für eine föderative Struktur, die künftig zwei Staaten einem gemeinsamen Gesetz unterordnet. Eine Mammutaufgabe. Die Alternative wäre »weitere 7. Oktober, Afghanistan, Hiroshima«.

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