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Abo| |ak 677 | Alltag |Reihe: Komm bitte!

Komm bitte, Transsexualität

Von Kuku Schrapnell

Kommen entweder gar nicht zum Zug oder werfen mit Sex Toys, wie diesen hier, nur so um sich, so die zwei landläufigen Vorurteile über die Sexualität transgeschlechtlicher Menschen. Höchste Zeit, darüber zu reden, was »Transsexualität« eigentlich heißen sollte, findet unsere Sex-Kommunistin Kuku Schrapnell. Foto: Dainis Graveris

Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, kopieren müssen?« Als Walter »Daddy Vibes« Ulbricht 1965 diese Frage stellte, wusste er noch nichts davon, wie fragwürdig seine Position damals schon war. Er wusste noch nichts vom Ende des sowjetischen Sozialismus 25 Jahre später oder davon, dass er selbst 30 Jahre später als Aufhänger einer dekadenter Sexkolumne taugen würde.

Eins muss man der Analysefähigkeit des Mannes mit dem mysteriösen Sexappeal aber lassen: Auch wenn der Ostblock gefallen und es um viele post-ost Staaten recht schlimm bestellt ist, der Westen bringt noch immer bergeweise Dreck hervor. Der neueste, der grade vor allem aus Großbritannien rüberschwappt, ist die gute alte Transfeindlichkeit, gehüllt in das Gewand des Radikalfeminismus. Seien es die transfeindlichen Twitter-Eskapaden von J. K. Rowling oder die Selbstinszenierung der Philosophieprofessorin Kathleen Stock als neuestes Opfer der Cancel Culture – auch hierzulande wächst die Angst vor einer übermächtigen Trans-Lobby, die den Feminismus übernehmen will. Es findet sich ein stetig wachsendes Publikum für die wichtigsten Fragen im Kampf gegen das Patriarchat: Wer darf auf welche Toilette, und welche Pronomen erlaubt der Duden? Wird die Fortschrittskoalition das Selbstbestimmungsgesetz verabschieden und damit endlich Frauen verbieten?

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