analyse & kritik

Zeitung für linke Debatte & Praxis

Abo| |ak 664 | Antirassismus & Antifaschismus

Leerer Sockel

In Berlin erinnert ein von Aktivist*innen errichtetes Mahnmal an die Opfer rassistischer Polizeigewalt

Von Marie Hoffmann

Das Mahnmal am Oranienplatz soll ein Ort für Trauer und Widerstand werden. Foto: Ludwig Thanhäuser

Wenn man durch deutsche Städte geht, glotzen einen alle paar hundert Meter Bronzemänner auf altherrschaftlichen Sockeln an. Schiller, Goethe, Luther, manchmal sogar Bismarck oder Erwin Rommel. In einer Nacht Ende September ist am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg ein Mahnmal dazugekommen, das ganz anders ist: Auf einer zwei mal drei Meter großen anthrazit-blau lackierten Metallplatte befindet sich ein leerer Sockel. »In Gedenken an die Opfer von Rassismus und Polizeigewalt« ist auf der Plakette zu lesen. Es zeigt uns nicht die in Stein gehauenen und in Bronze gegossenen Gesichter der herrschenden Eliten. Stattdessen erinnert es an 178 Menschen, die seit 1990 in deutschem Polizeigewahrsam gestorben sind und erschafft damit einen Ort, der bisher gefehlt hat. Einen Ort, um an diese Menschen zu erinnern und tödliche Polizeigewalt unübersehbar in den öffentlichen Raum zu bringen.

Noch kein Abo?

Ein ak-Abo versorgt dich mit fundierten Analysen, jeder Menge Kritik und dem Wichtigsten aus linker Debatte und Praxis weltweit!

  • Jahres-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

    • mit Abo-Prämie!

  • Probe-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

    • 10 Euro (für 4 Monate, danach 55 Euro/Jahr)

  • Sozial-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

Du hast bereits ein Abo und willst dich einloggen?

Zum Login