Rückkehr einer Bewegung
Massenstreiks, Blockaden und Proteste bringen die rechte Regierung in Bolivien in Bedrängnis
Von Andreas Hetzer
Es brodelt in Bolivien. Der Arbeiter*innenkampftag blieb dieses Jahr nicht auf rote Nelken und Grillwürstchenstände beschränkt, sondern läutete eine breite Protestwelle ein. Straßenblockaden sorgen seit mehr als fünf Wochen im Ballungsraum La Paz und El Alto im andinen Hochland für erhebliche Versorgungsengpässe. Es fehlt an Lebensmitteln, Gas und Medizin. Eine Luftbrücke versorgt Millionen von Bewohner*innen mit dem Notwendigsten. Die ökonomischen Auswirkungen der Blockaden werden auf 50 bis 60 Millionen US-Dollar täglich geschätzt. Anfang Juni rief die Regierung des Departments La Paz den Gesundheits- und humanitären Notstand für 90 Tage aus.
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