Faschismus unterm Mikroskop
Mark Terkessidis’ »Gewalt am Denken« sucht nach den geistigen Voraussetzungen der autoritärer werdenden Gesellschaft
Von Thore Freitag
Zur Reihe von Neuerscheinungen in der neu entflammten Faschismusdiskussion gesellte sich jüngst auch Mark Terkessidis mit seinem Buch »Gewalt am Denken«. Darin widmet sich der freie Autor mit dem Schwerpunkt (Neue) Rechte, Migration und Rassismus auf weniger als 150 Seiten den geistigen Voraussetzungen, unter denen Faschismus entstehen und gedeihen kann. Mit seinem Büchlein hat Terkessidis weder das Ziel einer neuen, umfassenden Faschismustheorie vor Augen, noch hat er dafür ausreichend plausible Denkansätze. Ein sympathisches Eingeständnis des Autors, der vielmehr die aufgeblähten und zugleich oft entrückten politischen Diskurse zu erkunden sucht. »In diesem Sinne erscheint es vielleicht weniger relevant, diese oder jene Angelegenheit als faschistisch zu bezeichnen, sondern so etwas wie die Zeit des Faschismus zu betrachten, also den historischen Moment, in dem die Voraussetzungen für Faschismus (wieder) gegeben sind«, schreibt er einleitend.
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