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Abo| |ak 727 | Alltag |Reihe: Motherhoods

Urlaub

Von Jacinta Nandi

Zu sehen ist ein Strand mit Palmen.
Urlaub mag (fast) jede*r, aber viele können ihn sich gar nicht leisten. Foto: Pexels

Neulich scrollte ich abends, als mein kleiner Sohn schon schlief, durch Insta-Reels. Ich war nicht wirklich am Doomscrollen, denn die Reels waren eigentlich total positiv: Essen vorbereiten, ohne kochen zu müssen, Kinder, die was Lustiges sagen, Kinder mit schokoladenverschmierten Gesichtern, die behaupten, nichts vom Schokoladenkuchen gegessen zu haben. Gesundes, billiges Essen vorbereiten, bei dem man nachher nur einen Topf abwaschen muss. (Irgendwie fühlen sich diese »positiven« Reels teilweise trotzdem dystopischer an als die Reels über Krieg und Hungersnot.) Ein Insta-Reel jedenfalls zog meine Aufmerksamkeit besonders auf sich: zwei weiße Kinder am Strand, blonde Haare, graue Kleidung, weißer Sand, und eine Stimme aus dem Off:

»Mama«, sagte die Stimme, eine weibliche Stimme, wahrscheinlich amerikanisch, und obwohl sie Englisch sprach, nannte sie mich Mama. »Mama, deine Kinder werden sich nicht an ihr teures Spielzeug erinnern können. Oder das teure Haus, das du abbezahlt hast. Mama. Sie werden sich später nicht daran erinnern. Mama, das hier ist eine Botschaft an dich: Kinder werden sich an den Familienurlaub erinnern. Kinder zwischen fünf und acht Jahren haben flexible Kindergehirne, die man durch Urlaub positiv beeinflussen kann. Mama, hörst du mich? Deine Kinder brauchen keine X-Boxen. Deine Kinder brauchen Meer und Ruhe, Urlaub und Erholung. Ich spreche mit dir, Mama. Das hier ist ein Zeichen für dich. Entscheide dich für den Urlaub, Mama. Buch ihn jetzt, Mama, Mama. Ich rede mit dir.«

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