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|ak 722 | Lesen |Rezensionen: aufgeblättert

Klimastreik

Aufgeblättert: »Klimapolitik heisst Industriepolitik« von Klimastreik Schweiz

Von Guido Speckmann

Der »Labour Turn« der Klimabewegung, der hierzulande vor allem mit der Kampagne Wir fahren zusammen erste erfolgreiche Ansätze fand, zeigt sich auch in der Schweiz. Bereits auf dem Höhepunkt der Fridays-for-Future-Bewegung Ende 2019 entstanden Gruppen wie Workers for Future, die sich mit Gewerkschaften zum Strike for Future zusammenschlossen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste ein geplanter Streiktag jedoch weitgehend ausfallen. Das Ziel, durch Arbeitsniederlegung Forderungen zur Bekämpfung der Klimakrise durchzusetzen, wurde nicht erreicht. Als 2024 die beiden verbliebenen Stahlstandorte in der Schweiz ankündigten, ihre Kapazitäten herunterzufahren, ergab sich ein neuer Ansatz: Die auf Bündnisse mit den Arbeiter*innen setzende Klimabewegung unterstützte den Kampf der Belegschaft um den Erhalt der Arbeitsplätze und brachte die Forderung nach Vergesellschaftung und einer staatlichen Industriepolitik, die ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt, ein. Die in dieser Auseinandersetzung gemachten Erfahrungen werden in der vorliegenden Broschüre reflektiert und es werden einleitend Hintergründe zur Stahlproduktion gegeben. Die Klimastreik-Gruppe konnte zeigen, dass die Klimabewegung nicht grundsätzlich gegen die Industrie und ihre Arbeiter*innen ist, sondern die gesellschaftlichen Bedingungen der Produktion verändern will. Deutlich wird aber auch: Es ist schwierig, dauerhafte Verbindungen zwischen Klimabewegung und Arbeiter*innen aufzubauen.

Klimastreik Schweiz: Klimapolitik heisst Industriepolitik. Stahlindustrie BLEIBT! 32 Seiten, kostenloser Download unter: www.climatestrike.ch

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