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Das Ende der Welt

Irans Protestierende könnten zum Spielball der Geopolitik werden

Von Sanaz Azimipour

Trotz des Blackouts und der brutalen Vorgehensweise gegen den Aufstand, gingen Menschen auch am 10 Januar in Teheran demonstrieren
Trotz des Internet-Blackouts und der brutalen Vorgehensweise gegen den Aufstand, gingen Menschen auch am 10. Januar in Teheran demonstrieren. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com / Social Media

Ein politischer Aktivist aus Teheran schreibt am 13. Januar auf Instagram: »Wir leben noch – und solange wir leben, sind wir eine potenzielle Bedrohung. Das Blut all jener, die getötet wurden, fließt in unseren Adern. Es spielt keine Rolle, wie viele von ihnen ›zu uns‹ gehörten oder ›gegen uns‹ waren. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam in der bislang umfassendsten zeitgenössischen demokratischen Erhebung gegen eines der kriminellsten Regime der Geschichte standen. Jahrelang haben jene, innerhalb Irans wie außerhalb, die sich die Kontrolle über offizielle und soziale Medien angeeignet haben, behauptet, die Stimme der Unterdrückten im Nahen Osten zu sein, während sie angesichts der ungehemmten Verbrechen der ›inneren Besatzer‹ nichts als Schweigen boten. Heute sind ihre Masken gefallen. Sie müssen wissen, dass ihre Hände mit dem Blut jedes einzelnen Jugendlichen befleckt sind, der massakriert wurde, ebenso wie mit dem Blut jener, die in diesem Moment Folter und Hinrichtung ausgesetzt sind. (…) Doch ich glaube, dass es genügend solidarische Freund*innen gibt, die als Resonanzraum für Schmerz, Leid und die Stimme der inneren Unterdrückung wirken können. Freund*innen, die es den Opportunist*innen und den Schweigenden dieses Mal nicht erlauben werden, sich der Verantwortung zu entziehen. Lasst uns gegenseitig unsere Stimme sein. Mehr ist uns nicht geblieben.«

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