Priorität »Stadtverträglichkeit«
Was die Säuberung des Hamburger Hauptbahnhofs über aktuelle Armutspolitik aussagt
Von Dirk Hauer
Fast 40.000 Menschen, nahezu zwei Prozent der Bevölkerung, sind aktuell in Hamburg wohnungslos. Damit ist Hamburg in Relation zur Einwohner*innenzahl seit Jahren in Deutschland die »Hauptstadt der Wohnungslosen«. Die Zahl derjenigen von ihnen, die offen obdachlos auf der Straße leben, hat sich von ca. 1.000 im Jahr 2008 auf heute 4.000 dramatisch erhöht. Die Zahl (sozial-)rechtloser oder entrechteter Migrant*innen hat sich ebenfalls deutlich erhöht. Der Anteil von Migrant*innen an den Obdachlosen in Hamburg liegt zurzeit bei etwa 50 Prozent. Gleichzeitig hat sich der gesundheitliche Zustand obdachloser Menschen dramatisch verschlechtert. Die Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe verzeichnen eine deutliche Zunahme von psychischen Erkrankungen, erheblichen körperlichen Einschränkungen (oft aufgrund von unterlassenen oder zu spät erfolgten Behandlungen), Pflegebedürftigkeit, sowie Alkohol- und Drogenkrankheit. Zugleich wächst die Zahl der Drogenkonsument*innen, die obdachlos sind und sich folglich länger im öffentlichen Raum aufhalten.
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