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Luxus der Armen

Kristin Ross schreibt in ihrem Buch über die Aktualität der Pariser Kommune

Von Gerhard Hanloser

Die Utopie bleibt nach der Räumung der Barrikaden der Pariser Kommune. Foto: unbekannter Autor/Wikimedia Commons, CC0 1.0

Die Pariser Kommune jährt sich diesen Monat zum 150. Mal. Auch ein konservativer Zeitgenosse wie Sebastian Haffner erkannte Mitte der 1980er Jahre die Bedeutung des 72 Tage bestehenden freien Paris: »Zum ersten Mal« ging es »um Dinge, um die heute in aller Welt gerungen wird: Demokratie oder Diktatur, Rätesystem oder Parlamentarismus, Sozialismus oder Wohlfahrtskapitalismus, Säkularisierung, Volksbewaffnung, sogar Frauenemanzipation – alles das stand in diesen Tagen plötzlich auf der Tagesordnung«.  Für Leninist*innen konnte die Pariser Kommune nur »Vorgeschichte« sein, ein Ereignis, das zwar die »Diktatur des Proletariats« in erreichbare Nähe gerückt habe, allerdings an der Machtfrage gescheitert sei. Zu sehr wären die Kommunard*innen von den Ideen des frühen Anarchismus geprägt gewesen. Außerdem hätten die Kommunard*innen gezögert, sich der Staatsbank zu bemächtigen. Karl Marx schrieb in einem Brief vom April 1871 an  Louis Kugelmann, »Gutmütigkeit« und »Skrupulosität« hätten die »Himmelstürmer« der Kommune davon abgehalten, brutale, aber doch notwendige Schritte zu gehen.

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