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Guter Ruhm, schlechter Ruhm

Der Film »Dream Scenario« von Kristoffer Borgli ist ein kurzweiliges Genre-Mashup über öffentliche Aufmerksamkeit und Geltungsdrang

Von Benjamin Wißing

Ein mit KI erstelltes Bild einer Traumwelt mit einem Clown
Zwar sehen die Szenen im Film ganz anders aus, aber vielleicht bekommt die nächste Traumwelt in die der Protagonist einsteigt ja eine ganz neue Ästhetik? Foto: Canva

Paul Matthews ist ein Durchschnittstyp, wie sich Hollywood Durchschnittstypen vorstellt: verheiratet, zwei Kinder, Einfamilienhaus und ein in allen Facetten ereignisarmes Leben. Als Professor der Biologie unterrichtet er an einem mittelmäßigen College, sein größtes Problem ist die fehlende Anerkennung durch die wissenschaftliche Welt. Der Durchbruch steht jedoch kurz bevor, da ist er sich sicher, wenn er nur endlich einen Verlag für sein großes Buch über Ameisen finden würde, das er seit 20 Jahren plant. Die Durchschnittlichkeit seines Lebens erfährt ein jähes Ende, als er immer mehr Menschen in ihren Träumen erscheint. Was er dort tut? Nichts. Während sich die Träumenden in einer bedrohlichen Situation wiederfinden, ist Paul lediglich als passiver Beobachter zugegen. Seine unspektakulären Auftritte haben in der realen Welt weitreichende Auswirkungen. Plötzlich und ohne je etwas dafür getan zu haben, geht er viral. Er genießt die Aufmerksamkeit in vollen Zügen und will seinen Ruhm dazu nutzen, um endlich auch als Wissenschaftler ernst genommen zu werden. Als sein Traum-Ich sich aber aus der Passivität löst und die Betroffenen mit brutalen Übergriffen nachhaltig traumatisiert, wird er von der gefeierten Berühmtheit zur verhassten Persona non grata, auch das, ohne je etwas getan zu haben.

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