Zur Gewalt erzogen
Der neue Faschismus ist wahnhaft, sagt der Publizist Robert Misik und bemüht dafür die Sozialpsychologie
Von Thore Freitag
Es war ein Sommertag wie jeder andere, als sich am 3. August letzten Jahres im spanischen Castell de Ferro ein Schnellboot mit 13 Geflüchteten dem Strand näherte. Es folgten verstörende Szenen, als Badegäste den jungen Männern hinterherjagten, sie mit Gewalt am Boden fixierten und der Polizei übergaben. Urlauber*innen schauten zu, wie die Migranten attackiert wurden. Einige mögen erschrocken gewesen sein, andere schienen die Jagd mit rassistischem Wohlwollen zu betrachten. Dieser Vorfall ist nur ein Beispiel für die Wirkung eines entmenschlichenden Diskurses gegen Menschen auf der Flucht. Zugleich zeugt er davon, dass sich Feindseligkeit gegenüber Migrant*innen oft genug und gerade immer mehr durch Gewalt äußert. Jahrelange Demagogie trägt nicht nur für rechte Parteien parlamentarisch Früchte, sie dient auch als kontinuierlicher Verstärker und Labor für rechte und faschistische Ideen.
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