Rechter Unternehmergeist
Der Sammelband »Oben rechts« sieht den neuen Rechtspopulismus als Projekt liberal-konservativer Unternehmer*innen
Von Thore Freitag
Der Erklärungsansatz, rechte Parteien seien die neuen Anwältinnen der sozial wie ökonomisch Abgehängten, erfreut sich großer Beliebtheit. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wählten tatsächlich 61 Prozent der Arbeiter*innen die AfD. Stimmt also die Erzählung, dass sich die Wende- respektive Globalisierungsverlierer*innen nun rechten bis offen faschistischen Parteien zuwenden? Sehen sie gar in der Partei eine Vertreterin ihrer Interessen? Klar ist: Die Wähler*innenklientel extrem rechter Parteien unterscheidet sich sozioökonomisch stark. Ein einfacher Angestellter erhofft sich schlicht etwas anderes von der Wahl als eine Gewerbetreibende, was den Auftrag der Wähler*innen an die rechte Partei diffus macht.
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