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Squid Game: Ein Mann tut das absolute Minimum

Von Jessie Cato

Nahaufnahme eines lächelnden Mannes vor einem hintergrund in knalligen Farben.
Noch ahnt er nichts: Protagonist Seong Gi-hun. Foto: Netflix

Seit dem Film »Hunger Games«, wo Spieler*innen zur Belustigung reicher Leute auf Leben und Tod kämpfen müssen, ist die Welt nicht mehr so fasziniert von dieser Art Erzählung gewesen. Davor galt die Aufmerksamkeit dem japanischen Filmklassiker Battle Royale, wo zur Abwechslung Schüler*innen zur Belustigung reicher Leute auf Leben und Tod kämpfen (beziehungsweise als Strafe). Und jetzt kommt die Serie »Squid Game«. Das Konzept: 456 hochverschuldete Menschen treten in über sechs Runden gegeneinander an, um den großen Preis zu gewinnen: einen riesigen Geldtopf, der über ihren Köpfen hängt. Wie bei den Vorgängerfilmen überlebt nur ein Mensch – the winner takes it all!

Einige Kommentator*innen sagen, es ist der Kapitalismus, der das Spiel gewinnt. Die globale Faszination für die Serie entstehe dadurch, dass sie mit den Ängsten der Menschen im gegenwärtigen spätkapitalistischen Albtraum spielt. Die Erzählung wird einerseits durch eine systemische Linse als Kritik an Privatverschuldungen gerahmt, ohne jedoch wirklich tief zu gehen (was die Serie auch nicht hergibt). Kritiken in bürgerlichen Medien framen das Problem hingegen als Ausdruck schlechter, individueller Lebensentscheidungen – nix mit Systemkritik. So oder so: Der Kapitalismus kommt in der Serie unversehrt davon, welche politische Haltung die Macher*innen in Bezug auf das Thema nun wirklich haben mögen. Aber wer gewinnt?

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