analyse & kritik

Zeitung für linke Debatte & Praxis

Abo| |ak 685 | Alltag |Kolumne: Jawoll, euer Ehren

Das Recht auf Faulheit

Von Moritz Assall

Schön die Füße hochlegen. Ein bummelistischer Hochgenuss! Foto: privat

Ein »neues Universum« beschrieb Paul Lafargue in seiner berühmten, 1880 erschienen und – vorsichtig formuliert – schon damals eher polarisierenden Streitschrift »Le droit à la paresse« (Das Recht auf Faulheit). Das Buch war eine Antwort auf die zuvor von Louis Blanc erhobene Forderung auf ein »Recht auf Arbeit« zur Existenzsicherung aller Menschen. Lafargue konnte diesem Gedanken nicht besonders viel abgewinnen. Er schrieb, in der kapitalistischen Gesellschaft sei »die Arbeit die Ursache des geistigen Verkommens und körperlicher Verunstaltung« und überhaupt bedeute Lohnarbeit in dieser Form »adieu Freude, Gesundheit, Freiheit – adieu alles, was das Leben schön und lebenswert macht«. Das auf die Arbeit und das Recht daran fixierte Proletariat sei »dem Maulwurf gleich, der in seiner Höhle herumwühlt, und sich nie aufrichtet, um mit Muße die Natur zu betrachten«. Lafargues »bummelistisches Manifest« schließt entsprechend, nicht ganz unpathetisch: »Oh Faulheit, erbarme du dich des unendlichen Elends! Oh Faulheit, Mutter der Künste und der edlen Tugenden, sei Du der Balsam für die Schmerzen der Menschheit!«

Oh Faulheit, Mutter der Künste und der edlen Tugenden, sei Du der Balsam für die Schmerzen der Menschheit!

Noch kein Abo?

Ein ak-Abo versorgt dich mit fundierten Analysen, jeder Menge Kritik und dem Wichtigsten aus linker Debatte und Praxis weltweit!

  • Jahres-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

    • mit Abo-Prämie!

  • Probe-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

    • 10 Euro (für 3 Monate, danach 58 Euro/Jahr)

  • Sozial-Abo

    • monatlich auf 36 Seiten + Sonderhefte

    • Online-Zugang zu allen Artikeln

Du hast bereits ein Abo und willst dich einloggen?

Zum Login