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Festlandmasse als Idee

Wie sich Linke »Europa« zusammendenken und warum das kein Gegenentwurf zum Nationalismus ist

Von Ewgeniy Kasakow

Man sieht die Flagge der EU.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind viele Linke endgültig zu Verteidiger*innen der EU als kleineres Übel geworden. Foto: gemeinfrei

Vor 71 Jahren fanden bei Augsburg pompöse Feierlichkeiten statt. Die Abendländische Bewegung, eine katholisch-konservative Organisation, beging das Millenniumsjubiläum der Schlacht auf dem Lechfeld, in der König Otto I. und sein Heer im Jahr 955 die ungarischen Eindringlinge besiegt hatten. Die Parallelen, die mit diesem Festakt anklingen sollten, waren klar: Das christliche Europa hält dem Angriff der Barbaren aus dem Osten stand. 1956, nur ein Jahr später, änderte sich das Narrativ: Sowjetische Panzer rollten durch Budapest, und Ungarn galt plötzlich als selbstverständlicher Teil des »christlichen Europas«, das nun selbst den Barbaren aus dem Osten, nämlich den Russen, zum Opfer fiel.

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