analyse & kritik

Zeitung für linke Debatte & Praxis

0

Abo| |ak 729 | Diskussion

Die gefährliche Linke aufbauen

Klassenkampf statt Institutionalisierung, aber wie? Schritte für ein Ende handzahmer Politik

Von Olivier David

Man sieht eine alte schwarzweiß Postkarte, die wiederum eine Beerdigung von Revolutionär*innen im Jahr 1918 zeigt.
Wann gab es in Deutschland eigentlich zuletzt eine Linke, die dem Kapitalismus wirklich gefährlich geworden ist? Vielleicht ist das schon eine Weile her: Postkartengruß von 1918. Foto: gemeinfrei

Die linke Sache ist längst und viel zu häufig zu einer Delegation von Politik geworden. Das zeigt sich etwa an den Prüf-Demos des Satirikers Nico Semsrott, die die Bekämpfung rechter Politik an den Verfassungsschutz weiterreichen. Aber auch mit Blick auf Klima- und Stadtpolitik fällt auf, dass die Kämpfe linker Bewegungen in das Feld der juristischen Auseinandersetzung verschoben worden sind. Fridays for Future, einst eine Massenbewegung, macht mehr mit Klagen und Petitionen als mit Protest auf sich aufmerksam. Und die Berliner Vergesellschaftungskampagne Deutsche Wohnen & Co enteignen liefert sich seit dem gewonnenen Volksentscheid 2021 vor allem juristische Scharmützel mit der Berliner Landespolitik, der sie Verschleppung vorwirft. Das Problem ist, dass die Anliegen der Mehrheit der Menschen durch diese Art der Politik zu Verwaltungsfragen umetikettiert werden. Auch die Massenproteste gegen die Einführung von Hartz IV Anfang der 2000er Jahre durchliefen diesen Prozess der Institutionalisierung und Einhegung politischer Anliegen in die Mühlen bürgerlicher Politik. Nicht selten wurden aus Aktivist*innen gegen den Raubbau an Erwerbslosen Berater*innen für Sozialleistungen.

Noch kein Abo?

Ein ak-Abo versorgt dich mit fundierten Analysen, jeder Menge Kritik und dem Wichtigsten aus linker Debatte und Praxis weltweit!

  • ak-Abo

    • monatlich auf 32 Seiten + Onlinezugang

    • als Print- oder Digital-Abo erhältlich

  • Digital-Abo

    • alle Inhalte online, papier- und portofrei

    • alle Ausgaben als PDF downloaden

    • App-Zugang mit E-Paper und Vorlesefunktion

  • Förder-Abo

    • monatlich auf 32 Seiten + Onlinezugang

    • als Print- oder Digital-Abo erhältlich

    • du finanzierst ein Sozial-Abo

  • Sozial-Abo

    • monatlich auf 32 Seiten + Onlinezugang

    • als Print- oder Digital-Abo erhältlich

    • ermäßigter Preis

  • Geschenk-Abo

    • ein Jahr ak in allen Abo-Varianten verschenken

    • Printausgabe und Onlinezugang für die beschenkte Person

    • wahlweise mit schickem Gutschein (für 2 €)

Du hast bereits ein Abo und willst dich einloggen?

Zum Login