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Im Dickicht der Deutungen

Der Sammelband »Was war Faschismustheorie?« fragt nach dem Erbe dieser Theorien und ihrem Nutzen für antifaschistische Politik

Von Thore Freitag

Eingang einer Universität, darüber ein Transparent in rot, mit der Aufschrift "streikt gegen die NS-Gesetze"
Sie sorgten für eine Rückkehr der Faschismustheorie: die 68er-Generation. Hier Protest gegen die Notstandsgesetze 1968 an der TU in Westberlin. Foto: Foto: Holger.Ellgaard/Wikipedia , CC BY 3.0

Oft genug haben faschistische Bewegungen in den Vokabeln einer vermeintlich glorreichen Vergangenheit gesprochen. Sie sind aber zweifellos moderne Bewegungen. Faschismustheoretiker*innen haben deshalb die Eigenart entwickelt, neben Faschismus- stets auch Gegenwartsanalyse ihrer jeweiligen Zeit zu betreiben. Max Horkheimers Diktum, wer vom Kapitalismus nicht reden wolle, solle auch vom Faschismus schweigen, ist bis heute ein beliebter linker Kalenderspruch. Der riesige Textkorpus der Faschismustheorie mit den unterschiedlichsten Perspektiven und Bezugsrahmen wird hingegen nur noch selten befragt. Literaturwissenschaftler Morten Paul hat sich entschlossen, genau das zu tun und die Faschismustheorie als Quelle sowie als eigene Gattung von Theorietexten zu untersuchen. Der von ihm herausgegebene Sammelband »Was war Faschismustheorie?« ist nun als Produkt einer von Paul mitorganisierten universitären Tagung im Herbst 2024 mit dem gleichen Titel erschienen. Der Verbrecher Verlag ist für diesen Sammelband der passende Ort: Mit Zeev Sternhell, Friedrich Burschel und anderen Expert*innen zur alten wie neuen Rechten ist der Verlag selbst eine Konstante in der antifaschistischen Theoriebildung.

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