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"Frühschicht": Linke Fabrikintervention in den 1970er Jahren

Buchvorstellung in Düsseldorf, Köln, Mannheim, Berlin ...

"Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar." Das schrieb Harry Oberländer 1977, Jahre nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Vom Studenten zum Arbeiter. Was heute kaum vorstellbar klingt, war Anfang der 1970er Jahre weit verbreitet. Einige tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank, um sich mit den Arbeitern am Fließband zu vereinen. In seinem Buch "Frühschicht" geht ak-Redakteur Jan Ole Arps der Geschichte dieses vergessenen politischen Experiments nach. Er beschäftigt sich mit den K-Gruppen, die sich an Lenins Modell der Kaderpartei orientierten, und den Spontis, die die These von der Autonomie der Arbeiterkämpfe in der Fabrik erprobten, schildert die Kluft zwischen revolutionärer Hoffnung und betrieblichem Alltag und forscht nach den Strategien der Beteiligten, mit diesem Widerspruch umzugehen. Das Buch bietet Anlass zur Auseinandersetzung mit der Geschichte betrieblicher Kämpfe, es wirft aber auch Fragen auf, die heute noch aktuell sind: Wie kann eine Verbindung von Radikalität und Alltag aussehen? Wo liegen die Grenzen des politischen Aktivismus? Im Mai sind in mehreren Städten Lesungen und Veranstaltungen geplant.

Düsseldorf | 5. Juli 2011 | 20 Uhr | "Hinterhof" (Linkes Zentrum) | Corneliusstraße 108 |

Köln | 6. Juli 2011 | 19.30 Uhr | Naturfreundehaus Köln-Kalk | Kapellenstraße 9a |

Mannheim | 7. Juli 2011 | 19:30 Uhr | Wild West | Alphornstraße 38 |

Berlin | 11. Juli 2011 | 19 Uhr | Tristeza | Pannierstraße 5 | Veranstaltung mit BetriebsaktivistInnen von damals un heute |